Steinbock Anton im Glück

Steinbock Anton im Glück

Audio [SR 3, Markus Person, 26.05.2020, Länge: 02:49 Min.]

Markus Person   26.05.2020 | 12:15 Uhr

Im Januar 2019 sorgte eine Entführung im Saarland für Schlagzeilen: Anton, der stolze Steinbock aus dem Saarbrücker Wildpark war gekidnappt und nach Passau verschleppt worden. Doch es gab ein Happy End. Anton konnte aufgespürt werden und kam - etwas abgemagert und verstört - wieder nach Hause. Und heute? Heute ist Anton im Glück. Er ist nämlich wieder stolzer Vater eines kleinen Klettermaxes geworden.

Es war der Morgen des 25. Januar 2019. Die Tierpfleger drehen ihre morgendliche Runde im Wildpark Saarbrücken - doch etwas stimmt nicht. Es fehlt ein Tier: Steinbock Anton - das Wahrzeichen des Parks. Als kurze Zeit später am Zaun des Geheges ein Loch entdeckt wurde, glaubten die Wildhüter zunächst noch an einen sehr dummen Streich. Doch schnell war klar: Anton ist nicht ausgebüxt. Anton muss gestohlen worden sein.

Steinbock Anton (Foto: SR/Markus Person)

Das Team des Wildparks schickte Mails an sämtliche Wildparks in Deutschland und fragten nach, ob jemand von einem Steinbock wüsste, der zum Kauf angeboten wird. Kurze Zeit später bekamen sie von einem unbekannten Informanten aus Rheinland-Pfalz den Tipp, Anton sei in Bayern gesichtet worden.

Die Spur führte nach Bayern

Ein Anruf bei dem vermeintlichen Besitzer in Bayern bestätigte dann: Anton ist in Passau. Der Mann in Bayern behauptete, der Steinbock sei ihm für 5000 Euro verkauft worden. Anton stünde derzeit in einem Pferdestall und solle von dort an einen Tierpark in Polen weiterverkauft werden.

Ralf Blechschmidt, der Leiter des Saarbrücker Wildparks, glaubt dies jedoch bis heute nicht. "Wir gehen eher davon aus, dass er zum Abschuss freigegeben werden sollte." Es gebe Trophäenjäger, die solch ein Tier gerne schießen würden. Und manche von denen sind durchaus bereit, für einen Steinbock wie Anton bis zu 10.000 Euro Kopfgeld zu bezahlen - im Wahrsten Sinn des Wortes.

Noch mal Papa im hohen Alter

Doch Anton hatte Glück. Dank der Beharrlichkeit seiner Tierpfleger kam der Steinbock wieder zurück in sein Zuhause. Anfangs noch leicht abgemagert und etwas verstört, erholte er sich doch schnell wieder von den Strapazen. Und heute, gut ein Jahr später, ist er nochmal Papa geworden - mit stolzen 15 Jahren, einem Alter, in dem Steinböcke in der freien Natur normalerweise sterben. Mitte Mai kam der Nachwuchs auf die Welt und ist schon ein richtig kleiner Klettermaxe.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 26.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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