Banner mit der Aufschrift "Mietwohnungen" vor einem Häuserblock (Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa)

Steigende Verbraucherpreise erhöhen Index-Mieten

mit Informationen von Markus Person   13.04.2022 | 12:40 Uhr

Ob Energie oder Lebensmittel - die Preise steigen derzeit überall. Auch Wohnen wird dadurch teurer. Das betrifft insbesondere Mieter mit sogenannten Index-Mietverträgen. Wir haben beim Mieterschutzbund nachgefragt.

Überall steigen die Preise aktuell - das wirkt sich auch auf den sogenannten Verbraucherpreisindex aus. Wenn dieser durch die aktuelle Inflation steige, dann steigen bei Index-Mietverträgen "die Mietpreise gleich", erklärt Rechtsanwalt Kai Werner vom Mieterschutzbund Saarland.

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Vorsicht bei Index-Mietverträgen
Audio [SR 3, Markus Person, 13.04.2022, Länge: 02:42 Min.]
Vorsicht bei Index-Mietverträgen

Kaltmiete steigt mit Verbraucherpreisen

Denn Besondere an Index-Mietverträgen ist, dass eine Erhöhung der Kaltmiete an den Verbraucherpreisindex in Deutschland gekoppelt ist. Diesen berechnet und veröffentlicht das Statistische Bundesamt jeden Monat.

Er gibt die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen – also von Lebensmitteln über Benzin bis hin zu Heizkosten.

Ein Rechenbeispiel

Was das für Mieter mit Index-Verträgen bedeuten kann, rechnet Kai Werner im Beispiel vor: Grundsätzlich sei eine Mietpreisänderung möglich, wenn sich der Index um fünf Punkte ändere. Bei einer Kaltmiete vom 1000 Euro und einem Index 100, ist also ab 105 Punkten eine Mieterhöhung um fünf Prozent möglich.

Vorsicht bei Index-Mietverträgen

Mieter sollten deshalb extrem aufpassen, was für eine Art Mietvertrag sie unterschreiben. Denn bei dem Tempo, wie die Verbraucherpreise aktuell steigen, sind bei Index-Mietverträgen schnell Mietpreiserhöhungen von mehreren hundert Euro im Jahr möglich. Im aktuellen Beispiel wären es dann 500 Euro jährlich mehr.

Grundsätzlich raten der Mieterschutzbund und Anwalt Werner immer davon ab, Index-Mietverträge abzuschließen. Für all diejenigen, die aber einen solchen Vertrag haben, könnte – wenn es bei der aktuellen Preisentwicklung bleibt – bald eine saftige Mieterhöhung anstehen.

Index-Mietsenkungen kommen in Praxis nicht vor

Tatsächlich könnten Mieter sogar von einem Index-Vertrag profitieren, erläutert Werner. Nämlich wenn der Index sinkt. Dann habe der Mieter einen Anspruch auf Senkung der Kaltmiete. Aber: In der Praxis komme das schlichtweg nicht vor, so Werner.

Miete muss zwölf Monate gleich bleiben

Auch wenn die Verbraucherpreise weiter steigen, zumindest in einem gewissen Rahmen sind die Mieter gegen kontinuierliche Preissteigerungen abgesichert. Denn unabhängig von der Art des Mietvertrags muss die Miete immer für zwölf Monate gleich bleiben.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 13.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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