Ein abgedrehter Heizkörper in einer kalten Wohnung (Foto: SR / Laszlo Mura)

Hohe Energiepreise stellen Verbraucher vor Probleme

Karin Mayer   10.12.2021 | 07:40 Uhr

Wer im Winter seine Gasrechnung nicht bezahlen kann, der muss im schlimmsten Fall im Kalten sitzen. Das betrifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen, bericheten Sozialberater der Caritas. Die hohen Gaspreise verschärfen die Situation aktuell.

Lydia Fried von der Sozialberatung der Caritas hat es gerade erlebt: Wer die Gasrechnung nicht bezahlt, der bekommt schnell Ärger mit dem Versorger.

Wenn das Gas abgedreht wird
[SR 3, Karin Mayer, 10.12.2021, Länge: 02:04 Min.]
Wenn das Gas abgedreht wird

Betroffen war zum Beispiel eine Familie mit vier Kindern, bei der der Gaszähler ausgebaut wurde und die anschließend im Kalten saß. Lydia Fried konnte das Problem lösen: "Es lag einfach daran, dass sie vom Jobcenter falsch beraten wurden. Sie hatten Arbeitslosengeld 1 beantragt und die Bearbeitung dauert sehr lange." Das Jobcenter habe die Familie jedoch nicht darüber informiert, dass sie die Wartezeit mit Leistungen aus dem SGB II hätten überbrücken können. Stattdessen habe die Familie vom Kindergeld gelebt.

Viele Anfragen rund um Heizkosten

Bisher haben die Berater häufiger mit Stromsperren zu tun. Wenn die Gaspreise im kommenden Jahr um 20 Prozent und mehr steigen, rechnet die Beraterin mit vielen Anfragen rund um die Heizkosten. Wer von Arbeitslosengeld 2 lebt, kann die Heizkosten zwar ans Jobcenter weitergeben. Dafür müssen aber Daten ausgetauscht und Hilfen neu berechnet werden und das kann zu Wartezeiten führen.

Kritisch sieht Lydia Fried von der Sozialberatung der Caritas die Lage bei Wohngeld-Empfängern. Sie können nicht jede Erhöhung weitergeben. Beim Wohngeld erhalte man einen Bescheid, der ein Jahr gültig sei. "Sollte man doch eine Veränderung mitteilen müssen, dauert die Bearbeitung im Moment mindestens zwei bis drei Monate", so Fried.

Die Folge: Menschen, die wenig Geld haben, müssten erst mal selbst für Mehrkosten aufkommen, sagt Fried.

Höhere Heizkosten treffen alle hart, die wenig oder kein Geld verdienen. Familien müssten so jeden Monat entscheiden, was überhaupt zu bezahlen sei. Wenn man sich nur einmal dazu entscheiden würde, für einen Monat auf Heizung oder Strom zu verzichten, könne das "gleich katastrophale Folgen haben".


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