Mobile Sichtschutzwände sollen Einsatzkräfte küntig vor Gaffern schützen. (Foto: SR)

Sichtschutzwände gegen Unfall-Gaffer stehen bereit

Oliver Buchholz   10.12.2018 | 16:45 Uhr

Gaffer an Unfallstellen sind ein großes Problem. Sie behindern die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit und nicht selten entstehen durch sie noch weitere Unfälle. Die saarländische Landesregierung will deshalb gegen Gaffer vorgehen. In der Autobahnmeisterei in Rohrbach war am 10. Dezember Startschuss für den Einsatz „mobiler Sichtschutzwände“. Sie sollen für mehr Sicherheit an den Unfallstellen sorgen und den Blick auf das Geschehen verhindern.

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Mobile Sichtschutzwände gegen Unfall-Gaffer
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 10.12.2018, Länge: 02:56 Min.]
Mobile Sichtschutzwände gegen Unfall-Gaffer

Die „mobilen Sichtwände“ sind nichts anderes als Bauzäune, die mit einem nahezu blickdichten, grauen Stoff bespannt sind. Mit Klettverschlüssen lassen sich sogar die schmalen Spalte zwischen den Zäunen verschließen. Jeweils 44 dieser leichten Wände inklusive Ständer und Verkehrspylonen passen auf einem Anhänger. Mit ihnen lassen sich in kürzester Zeit bis zu 100 Meter Sichtschutz herstellen.

Drei voll bestückte Anhänger stehen ab heute im Saarland bereit, und zwar in Rohrbach, Dillingen und Sotzweiler. Von diesen drei Standort aus sollen die Wände in maximal zwei Stunden am Unfallort stehen können. Rund 120.000 Euro haben die Anhänger gekostet. Gezahlt hat der Bund.

Das Geld sei es wert, sagt Verkehrsministerin Anke Rehlinger, im Hinblick auf die Folgeunfälle aufgrund der Ablenkung durch einen Unfall - "und der Opferschutz gebiete es allemal."

Freiheitsstrafe für Gaffer

Bei den Sichtschutzwänden soll es im Kampf gegen Gaffer aber nicht bleiben. Der Schutz der Rettungskräfte müsse verstärkt werden, sagt Innenminister Klaus Bouillon. Er will eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten für Gaffer, die Rettungskräfte behindern.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 10.12.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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