Impfstoff (Foto: SR)

Der Stand der Impfungen

Studiogespräch Simin Sadeghi/Steffani Balle   09.07.2021 | 16:30 Uhr

Noch vor Kurzem war er ein knappes Gut und viele mussten auf ihren Impftermin warten. Inzwischen gibt es mehr Impfstoff als Impfwillige. Woran das liegt und wie es mit Impfungen für die Kinder aussieht, das erläutert SR-Gesundheitsexpertin Steffani Balle im Studiogespräch.

Im Saarland sind aktuell (09.07.) über 600.000 Menschen inzwischen geimpft - zwei Drittel davon haben bereits den kompletten Impfschutz. Zurzeit ist die Impfquote jedoch rückläufig.

Der Stand der Impfungen im Saarland
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Steffani Balle, 09.07.2021, Länge: 03:43 Min.]
Der Stand der Impfungen im Saarland
Im Studogespräch: SR-Gesundheitsexpertin Steffani Balle

Nach Einschätzung sowohl des Hausärzte- Verbandes als auch der Kassenärztlichen Vereinigung nähern wir uns allmählich der Grenze, an der diejenigen stehen, die sich nicht impfen lassen wollen.

Das Ziel, eine Impfquote von 85 Prozent und damit eine Herdenimmunität zu erzielen, halten sowohl der Sprecher der Hausärzte, Kulas, als auch der KV- Vorsitzende Hauptmann, für illusorisch. Da gebe es zum einen diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen und für die Kinder gibt es immer noch keine eindeutige Empfehlung seitens der StiKo.

Eltern müssen allein entscheiden

PIMS - "Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome"
Und plötzlich schwebt das Kind in akuter Lebensgefahr
PIMS steht für "Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome". Es ist eine Krankheit, bei der sich nach und nach alle Organe im Körper entzünden. Sie befällt fast ausschließlich Kinder nach einer Corona-Infektion. Zum Glück sind nur sehr wenige Kinder betroffen: Deutschland-weit etwas mehr als 300 Kinder, im Saarland waren es bisher 13. Eins von ihnen ist die neunjährige Lilli aus Saarbrücken. Heute ist sie wieder wohlauf, doch vor

Das Problem ist: Beim Covid- Impfstoff gibt es derzeit keine ensprechend dem Alter und dem Körpergewicht modifizierte Impfstoffe wie es bei anderen Impfungen der Fall ist. Die europäische Behörde EMA hat die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben und amerikanische Studien schätzen den Nutzen einer Impfung bei Kindern höher ein als das Impf-Risiko. Doch ein Restrisiko ist eben da. Auf der anderen Seite kann es in seltenen Fällen nach einer symptomlosen Covid- Erkrankung bei Kindern auch Spätfolgen geben wie PIMS. In diesem Spannungsfeld stehen nun die Eltern. Sie müsssen entscheiden, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen oder nicht.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 09.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja