Kita-Demo (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Kita- und Krippen-Plätze - immer noch Mangelware

Patrick Wiermer   12.03.2018 | 12:30 Uhr

Für Kleinkinder beginnt der Ernst des Lebens meistens mit der Kinderbetreuung. Tagesmutter oder Krippe, dann in den Kindergarten. Auch für die Eltern eine ernste Angelegenheit. Es hagelt Absagen von den Kitas, obwohl sie schon seit Jahren auf der Warteliste stehen und nicht selten hängt an der Kinderbetreuung sogar die Existenz. Wie soll man ohne Kita-Platz arbeiten gehen? Im Regionalverband Saarbrücken fehlen aktuell 1200 Kita- und Krippenplätze. Ein paar hundert sollen bis 2019 hinzukommen, doch damit allein ist das Problem nicht gelöst.

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Kita- und Krippen-Plätze - immer noch Mangelware
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 12.03.2018, Länge: 03:02 Min.]
Kita- und Krippen-Plätze - immer noch Mangelware

Im Regionalverband Saarbrücken fehlen - wenn man die 35-Prozent-Qute zugrunde legt - zurzeit 500 Krippenplätze und 700 Kindergartenplätze, sagt Petra Spoo-Ludwig, die Leiterin des Jugendamtes der Regionalverbandes. In den letzten zwei Jahren sind hier rund 1400 Kinder unter sechs Jahren hinzugekommen durch eine gestiegene Geburtenrate, durch eine saarländische Binnenwanderung und Zuzug.

Die fehlenden Betreuungsplätze sind für die Familien mitunter ein großes Problem. Es hagelt Absagen von den Kitas, obwohl sie schon seit Jahren auf der Warteliste stehen und nicht selten hängt an der Kinderbetreuung sogar die Existenz. Wie soll man ohne Kita-Platz arbeiten gehen?

Ärger und Stress in den Familien sind so vorprogrammiert. Das zuständige Jugendamt weiß um das Problem und arbeitet daran, Lösungen zu finden. "Zum einen werden wir noch dieses Jahr 250 Krippen- und Kita-Plätze zusätzlich schaffen und 2019 sollen 350 Plätze dazu kommen", sagt Spoo-Ludwig. Mehr könne man derzeit nicht anbieten.

Laut Spoo-Ludwig gebe es ja auch noch die Alternative der Kindertagespflege. Tagesmütter und Tagesväter werden den Mangel allerdings nur in kleinem Maße abfangen können. Und für die fehlenden Kita- und Krippenplätze muss erst einmal noch weiter gebaut werden. Das sagt auch Klaus Zeh vom Deutschen Familienverband. Die Kosten dafür lasten aber vor allem auf den Kommunen. "Da muss der Bund aus meiner Sicht ein Programm auflegen, das den Kommunen jetzt nicht horrende Summen für die Co-Finanzierung abverlangt, sondern das müssten Zuschüsse sein."

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 12.03.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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