René Wiese und seinen Hund Otto (Foto: SR/Julia Becker)

Spürnasen für den Schweinepest-Einsatz

Julia Becker   17.12.2019 | 10:10 Uhr

Die Schweinepest rückt immer näher. Die Seuche ist höchst ansteckend und schnell übertragbar - sogar über bereits verarbeitetes Schweinefleisch. Eine Verbreitung wäre für die Landwirtschaft eine Katastrophe. Damit es nicht dazu kommt, hat das Saarland nun als einziges Bundesland Hunde dazu ausgebildet, verendete Wildschweine im Wald zu finden.

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Spürnasen für den Schweinepest-Einsatz
Audio [SR 3, Julia Becker, 17.12.2019, Länge: 02:52 Min.]
Spürnasen für den Schweinepest-Einsatz

Bisher ist die Schweinepest im Saarland noch nicht aufgetreten – aber zum Beispiel in Polen und sehr nah an der Grenze in Belgien. Die Ausbreitung der Schweinepest, an der auch Hausschweine erkranken können, wäre für die Landwirtschaft eine Katastrophe. Es sei keine Frage ob, sondern nur wann die Schweinepest auch bei uns auftrete, sagt René Wiese. Er ist Jäger und bildet Hunde dazu aus, im Wald verendete Wildschweine zu finden.

Sein eigener Hund, Otto, ist ein Mischling aus einem hannoverschen Schweisshund und einem Westsibirischem Leika. Er vereint alle Eigenschaften, die ein Spürhund braucht und ist einer von sechs Kadaversuchhunden, die Wiese für die Schweinepestsuche bereits ausgebildet hat.

Suchstoff Wildschwein-Schwarte

Vier Monate hat Wiese die Hunde trainiert. Grundlage sei dabei die Konditionierung auf den Suchstoff, das heißt in diesem Fall: eine Wildschwein-Schwarte. Der Hund müsse dann lernen, den Suchstoff anzuzeigen, wenn er ihn finde. "Das ist sehr eng angelehnt an die Arbeit der Polizei zum Beispiel mit Drogensuchhunden."

Grundbedingung: Gehorsam

Welche Rasse der Hund hat, ist dabei nicht entscheidend. Grundbedingung sei hingegen, dass der Hund sehr gehorsam sei, da er aufgespürtes Schwarzwild nicht jagen dürfe und deshalb sehr gut abrufbar sein müsse, sagt Wiese. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass er ein möglicherweise infiziertes Tier durch den Wald scheuche und damit die Krankheit noch weiter verbreitet würde.

Keine Gefahr für Hund und Halter

Für die Hunde - ebenso wie für ihre Halter - bestehe keine Gefahr, sich anzustecken, selbst wenn es zu einem Kontakt mit einem infizierten Tier gekommen sein sollte, sagt Wiese. Er bezieht sich dabei auf das Friedrich-Löffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. "Die sagen definitiv: abwaschen mit Seifenlauge reicht."

Und den Spürnasen macht die Arbeit sogar Spaß. Das sieht man Wieses Hund Otto an, der mit seinem Glöckchen und aufmerksam gespitzten Ohren durch den Wald streift. Auf einem Gerät kann er seinen Hund im Wald verfolgen, denn das Tier trägt ein Glöckchen und Sensoren und ist so ständig mit seinem Herrchen verbunden.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 17.12.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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