Ile de Rhinau (Foto: SR)

Französische Landwirte klagen über verseuchte Böden

Heike Bredol / Onlinefassung: Raphael Klein   02.11.2018 | 12:55 Uhr

Spärliches Gras, verbrannte Erde: Noch heute kann man im Umland von Verdun die Folgen des Ersten Weltkrieges sehen. Doch die Schäden reichen weitaus tiefer - nämlich bis ins Erdreich und ins Grundwasser. Die bis heute durch Granaten und chemische Waffen verseuchten Böden machen den Landwirten schwer zu schaffen.

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Spätfolgen des Ersten Weltkrieges: Französische Landwirte fordern Entschädigung
Audio [SR 3, Heike Bredol, 02.11.2018, Länge: 03:58 Min.]
Spätfolgen des Ersten Weltkrieges: Französische Landwirte fordern Entschädigung

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges findet man entlang des Frontverlaufs bei Verdun immer noch jede Menge Überreste der großen Materialschlachten: Granaten, Sprengköpfe und Scherben von Glasflaschen, in denen sich chemische Kampfstoffe befanden. Sie belasten bis heute die Böden und das Grundwasser. Nun fordern dort ansässige Bauern vom französischen Staat Entschädigung.

Seit 2007 ist bekannt, wie verseucht der Boden im Umland von Verdun wirklich ist: Laut einer Studie der Universität Mainz ist er immer noch gesättigt mit Schwermetallen und Arsen. Die Konzentration des als krebserregend geltenden Arsens ist dabei tausend bis zweitausend Mal höher als normal. Und nicht nur das: Nach Schätzungen von Minenräumern könnte es noch 700 Jahre dauern, bis alle Munition weggeräumt sei.


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Die Hölle von Verdun
Der Name "Verdun" steht für eines der blutigsten Kapitel des Ersten Weltkrieges. Menschenmassen fielen im Kampf um wenige hundert Meter Boden. Bis heute ist das Massensterben an den Fronten des Städtchens Verdun ein Symbol für das menschenverachtende Antlitz des Krieges.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 02.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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