Ärzte skeptisch gegenüber Corona-Schnelltests

Ärzte skeptisch gegenüber Corona-Schnelltests

Steffani Balle   20.11.2020 | 13:00 Uhr

Im Saarland sollen verbreitet Corona-Schnelltests eingesetzt werden - vor allem in Alten- und Pflege-Einrichtungen. Das hatte das Gesundheitsministerium am 19. November bekannt gegeben. Eine Million Tests seien geordert, 60.000 bereits an Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege unterwegs. Mediziner im Land sind jedoch skeptisch.

Der Sprecher der Hausärzte im Saarland, Kulas, sieht ein Problem darin, dass die Zuverlässigkeit der Schnelltests nicht in ausreichendem Maß gewährleistet sei. Die Antigen-Schnelltests wären recht zuverlässig beim Anzeigen von Positiv-Ergebnissen. Bei negativen Tests bleibe aber eine gewisse Unsicherheit bestehen, weil eine geringe Virenlast häufig zu einem falsch-negativen Testergebnis führe. Das hieße dann, dass Besucher in Alten- und Pflegeheimen, die negativ auf das Corona-Virus getestet wurden, dennoch ansteckend sein könnten.

Der Leiter der Intensiv- Medizin im Winterberg- Klinikum Saarbrücken, Schwarzkopf, befürchtet ebenfalls, dass so eine trügerische Sicherheit entstehe und tatsächlich Bewohnerinnen von Pflegeheimen gefährdet werden könnten. Allerdings gebe es generell keine hundertprozentige Sicherheit in der Medizin. Die Schnelltests zur Besucher- Kontrolle seien deshalb besser als gar keine Kontrolle oder ein generelles Besuchsverbot.

Ein Thema in der "Rundschau" am 20.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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