Tafel in St. Ingbert (Foto: Lisa Krauser/SR)

Großer Andrang bei St. Ingberter Tafel

mit Informationen von Lisa Krauser   15.12.2021 | 16:15 Uhr

Bei den Tafeln im Saarland rechnet man in diesem Jahr mit noch mehr Gästen. Und jetzt in der Vorweihnachtszeit sind die Tafeln besonders gut besucht. Grund dafür sind auch die gestiegenen Preise. SR-Reporterin Lisa Krauser hat sich die Situation in der St. Ingberter Tafel angeschaut.

Ein schöner Gänsebraten, Fondue oder Raclette - für viele sind das klassische Weihnachtsgerichte. Doch für tausende Menschen im Saarland reicht es nicht mal für den alltäglichen Bedarf. Angesichts immer weiter steigender Lebensmittelhaltungskosten, aber auch im Zuge der Pandemie rechnet man in den saarländischen Tafeln mit noch mehr Hilfesuchenden. Für das Jahr 2021 erwartet man einen Anstieg von 15 bis 20 Prozent. Und gerade in der Vorweihnachtszeit ist nochmal viel los.

Lange Schlangen in der Vorweihnachtszeit

Großer Andrang bei St. Ingberter Tafel
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 15.12.2021, Länge: 03:04 Min.]
Großer Andrang bei St. Ingberter Tafel

Jetzt vor Weihnachten ist auch die Tafel in St. Ingbert gut besucht. Die ersten Leute waren zur letzten Essensausgabe in diesem Jahr schon Stunden vor dem Ausgabe-Beginn hier. Man merke einfach, dass "die Leute Weihnachtsgeschenke kaufen wollen" und sie auch "dadurch aber weniger Geld haben" und deshalb jetzt "vermehrt zur Tafel kommen", sagt die Vorstandsvorsitzende der Homburger und Sankt Ingbert Tafel, Doris Lehmann.

Sonderausgabe von Weihnachtstüten

Bei der letzten Essenausgabe für dieses Jahr werden in St. Ingbert Weihnachtstüten mit Nudeln, Schokolade, Mehl, Zucker, Gebäck und einigem mehr für die Gäste gepackt. Die speziellen Weihnachtstüten haben verschiedene Lebensmittel-Läden gespendet.

Vor allem Familien kommen

Etwa 80 Menschen stehen jeden Mittwoch in der St. Ingberter Tafel für Essen an, vor allem Familien mit vielen Kindern. In der Schlange steht zum Beispiel eine junge Frau, die ihren Namen nicht sagen will. Sie ist alleinerziehend und kommt immer mal wieder zur Tafel. Heute, kurz vor Weihnachten, war es ihr besonders wichtig, vorbeizukommen.

Ein Korb mit Lebensmitteln, St. Ingberter Tafel (Foto: Lisa Krauser/SR)

So sei bleibe ihr noch ein wenig Geld, um ein paar Kleinigkeiten für die Kinder zu kaufen - Baumschmuck, Spielsachen. Jetzt, am Ende des Jahres, mit all den Abrechnungen, sei sie dankbar für jeden Euro, den sie sparen könne, erzählt die alleinerziehende Mutter.

Pandemie und Inflation verschärfen die Lage

Jeder, der Leistungen vom Staat bezieht, bekommt Lebensmittel von der Tafel. Durch die Pandemie seien es mehr geworden, sagt Doris Lehmann - darunter auch einige Schausteller oder Solo-Selbständige. Besonders in der Tafel in Homburg, wo viele Schausteller wohnen, beobachte man diese Entwicklung.

Aber auch die steigenden Lebenshaltungskosten bei Lebensmitteln, Strom, Gas und Benzin machten sich bemerkbar, so Lehmann. Sie befürchtet deshalb künftig einen noch größeres Bedarf in den saarländischen Tafeln.

Genug Helfer und Spenden

Mitarbeiterinnen der Tafel in St. Ingbert (Foto: Lisa Krauser/SR)

Es gibt aber auch gute Nachrichten von der Tafel: Was die Helferinnen und Helfer angeht, ist man hier gut aufgestellt. Im Sommer sind zehn neue Helfer dazugekommen. Und auch Spenden kommen viele herein.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 15.12.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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