Gesundheitsämter in der Vorbereitung (Foto: SR)

"Wir können nicht mehr alle unsere Aufgaben als Gesundheitsamt erfüllen"

Interview: Alexander Birk, Leiter des Gesundheitsamtes Regionalverband

Interview: Simin Sadeghi   23.10.2020 | 12:45 Uhr

Mit der Zahl der Corona-Infektionen steigt auch die Zahl der Menschen, die in Quarantäne müssen. Allein im Regionalverband sind es aktuell tausende - bei knapp 360 aktuell Infizierten. Die Zahl zeigt auch, wieviel Arbeit die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung momentan haben, denn jeder Kontakt muss angerufen und befragt werden. Im Regionalverband soll jetzt noch mehr Personal gebündelt werden.

Gesundheitsamtsleiter Birk: "Wir arbeiten über das Limit hinaus"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 23.10.2020, Länge: 03:42 Min.]
Gesundheitsamtsleiter Birk: "Wir arbeiten über das Limit hinaus"

Um die steigende Zahl der Corona-Kontaktnachverfolgungen noch zu bewältigen, werden im Gesundheitsamt des Regionalverbandes zurzeit Mitarbeiter aus anderen Abeilungen abgezogen. Es seien im wesentlichen Mitarbeiter, die bereits bei der letzten Welle schon im Einsatz gewesen seien, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Alexander Birk. Darüber hinaus sollen auch aus weiteren Fachdiensten des Regionalverbandes Mitarbeiter für die Corona-Nachverfolgung eingesetzt werden.

Die Zielsetzung sei nach wie vor, innerhalb von 24 Stunden die betroffenen Kontaktpersonen zu informieren, sagt Birk. Er räumt aber ein: "Es kann durchaus auch 48 oder 72 Stunden dauern, bis wirklich alle Kontakte erreicht sind."

Angebot privater Unterstützung

Über Angebote von Privatpersonen, das Amt bei der Arbeit zu unterstützen, freue man sich sehr, sagt Birk. Leider könne man nicht jeden, der seine Hilfe anbiete, auch einsetzen. "Die Einweisung der Helfer ist sehr aufwendig, weil es eine sehr komplexe Thematik ist, die auch eine rechtliche Konsequenz hat."

Andere Aufgaben müssen zurückgefahren werden

Inzwischen sei die Situation im Grunde in allen Landkreisen die gleiche: "Wir arbeiten über das Limit hinaus", sagt Birk. Durch den Einsatz der Mitarbeiter in der Corona-Nachverfolgung müssten viele andere Aufgaben des Gesundheitsamtes zurzeit zurückgefahren bzw. ganz eingestellt werden. Dazu gehörten beispielsweise Beratungen, aber auch bei den Schuleingangsuntersuchungen gebe es Engpässe.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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