Fitnessstudio (Foto: SR)

Fitnessstudios kämpfen ums Überleben

mit Informationen von Markus Person   12.01.2022 | 16:50 Uhr

Der Januar ist normalerweise der stärkste Monat für Fitness-Studios. Im vergangenen Jahr waren die Studios wegen Corona dicht. Dieses Jahr haben sie zwar unter Corona-Auflagen wieder geöffnet, wegen der Omikronwelle bleibt die Kundschaft jedoch oft aus.

Corona hat in vielen Unternehmen und Branchen zu Schieflagen geführt. Besonders gebeutelt seit Pandemiebeginn ist die Fitnessbranche. Einigen Studios ist bereits die Luft ausgegangen, andere kämpfen weiter. Für die Branche besonders hart: Zum zweiten Mal schlägt die Pandemie zum Jahresbeginn voll zu - genau in der Zeit, wenn die "guten Vorsätze für das neue Jahr" Neukunden in die Studios bringt.

"Das Wasser steht uns schon lange bis zum Hals"

Fitnessstudios: Frühjahrsboom wie sonst!?
Audio [SR 3, Markus Person, 12.01.2022, Länge: 02:48 Min.]
Fitnessstudios: Frühjahrsboom wie sonst!?

Auch im Fitness Loft in der Saarbrücker Bahnhofstraße ist selbst zu Stoßzeiten am Abend nicht viel los. Corona und die damit verbundenen Maßnahmen sind Schuld. Der Betreiber des Studios, Marco Wolter, ist seit 30 Jahren in der Fitnessbranche tätig. So etwas hat er noch nicht erlebt: "Das Wasser steht uns schon lange bis zum Hals, der Exitus war schon fast erreicht."

Das Schlimme sei, dass man eigentlich nichts machen könne, erzählt er. Er versuche zu überzeugen, auch mit wissenschaftlichen Fakten, "dass eben das Training hier nicht lebensgefährlich ist und das es gerade jetzt für die Gesundheit besonders wichtig ist."

Kaum Neuverträge

In einer Zeit, in der normalerweise dutzende neue Verträge abgeschlossen werden, sind es jetzt gerade mal eine Handvoll. Laut des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit werden in den ersten Monaten des neuen Jahres rund ein Drittel aller Neuverträge in den Studios abgeschlossen. Dieses Neugeschäft ist bei fast allen weg- oder zumindest stark eingebrochen.

Rund 50 Prozent weniger Kundschaft

Doch nicht nur diese Leute blieben weg, sagt Marco Wolter: Viele seien genervt von den vielen Corona-Schutzregeln und scheuten so einen Besuch. Ungeimpfte entfielen sowieso. Andere wieder fürchteten sich vor Corona. Er schätzt, dass so circa 50 Prozent weniger Kundinnen und Kunden kommen.

"Das Infektionsrisiko im Fitnessstudio ist sehr, sehr gering"

Umso froher ist er, dass ihm viele Stammkunden auch nach fast zwei Jahren Pandemie die Treue gehalten haben. Um die Sicherheit vor Ort noch zu erhöhen, hat Betreiber Wolter sogar in eine komplett neue Belüftungsanlage investiert. Und er hofft, dass die Studien zu Corona und Fitnessstudios mehr Gehör finden: "Das Infektionsrisiko im Fitnessstudio ist sehr, sehr gering, es finden fast keine Infektionen in Fitnessstudios statt." Das gebe auch ihm und seinem Team die Sicherheit.

Jetzt etwas für den Körper tun

Gerade jetzt sei es wichtig, sich fit zu halten, sagt Wolter. Denn "man sieht das ja: Die Zunahme von Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zunächst im Lockdown, jetzt im Homeoffice. Da rollt ja nach dieser Pandemie noch eine zweite Pandemie auf uns zu. Die ist zwar nicht ansteckend aber nicht weniger schlimm." Er findet, genau das in den Fokus zu rücken wäre ein guter Vorsatz für Medien und Politik fürs neue neuen Jahr.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 12.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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