Warteschlange am Eingang des Strandbades am Bostalsee (Foto: SR/Kerstin Gallmeyer)

Sicher baden im See

Kerstin Gallmeyer   07.08.2020 | 12:50 Uhr

Temperaturen weit über 30 Grad. Wenn man da nicht arbeiten muss, dann gibt's eigentlich nur eins: Ab ins Freibad oder in einen See. Das haben sich am Freitagmorgen viele Menschen im Saarland gedacht und sind an den Bostalsee gefahren. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ist die Zahl der zugelassenen Badegäste jedoch begrenzt. Viele gehen deshalb an anderen Stellen ins Wasser. Doch das ist nicht ungefährlich.

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Sicher baden im Bostalsee
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer, 07.08.2020, Länge: 02:42 Min.]
Sicher baden im Bostalsee

Als um 10.00 Uhr das Strandbad Bosen am Freitagmorgen öffnete, gab es bereits eine lange Schlange von Badegästen, die auf Einlass warteten. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen dürfen nur 2000 Badegäste gleichzeit ins Bad, im Gonnesweiler Strandbad sind 1000 Besucher erlaubt.

Mit einer Kette deutlich gekennzeichnet ist der Bereich, in dem das Schwimmen im Bostalsee erlaubt ist. Für die Sicherheit der Badegäste zuständig sind die Rettungsschwimmer der DRLG.

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Im Dienste der Badegäste: Die Arbeit von Schwimmmeistern
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer , 08.08.2020, Länge: 03:49 Min.]
Im Dienste der Badegäste: Die Arbeit von Schwimmmeistern
Rettungsschwimmer und Bademeister haben nur vordergründig einen Traumjob: Sie sind den ganzen Tag am Wasser, sehen gut aus und können sich in der Sonne bräunen. Die Vorstellung hat sicher auch was mit der Fernsehserie Baywatch aus den 90ern was mit zu tun. In Wirklichkeit geht es darum, Badeunfälle zu verhindern und auch darum, Leben zu retten.

Ufernähe: Abkühlen erlaubt

Wer kein Ticket für die offiziellen Strandbäder bekommt, könnte nun auf die Idee kommen, einfach an anderer Stelle im See zu baden. Geduldet werde, wenn sich Besucher im ufernahen Bereich an der Seepromenade abkühlten, sagt Uwe Balzer, der Leiter der DLRG-Rettungswache am Bostalsee. Auf keinen Fall sollte man aber weiter vom Ufer schwimmen, warnt Balzer. Auf dem See gebe es gut 200 Segelboote und diese stellten für Schwimmer eine große Gefahr dar.

Hitze auf dem Tretboot

Gefährlich kann es auch werden, ohne ausreichenden Schutz mit dem Tretboot unterwegs zu sein. Bei den aktuellen Temperaturen könne es auf den Booten locker bis 45 Grad heiß werden, sagt der Rettungsmann. Zur Abkühlung dann einfach mal schnell ins Wasser zu springen ist keine gute Idee. Durch den großen Temperaturunterschied kann es schnell zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen.


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Vorsicht beim Schwimmen in Freigewässern!
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Nicht nur im Bostalsee suchen die Menschen zurzeit Abkühlung. Auch in Weihern und kleine Flüssen wird zurzeit gebadet, denn wegen der Coronakrise sind in den Schwimmbädern nur begrenzte Besucherzahlen erlaubt. Das Schwimmen in den freien Gewässern kann mitunter aber gefährlich sein und ist häufig sogar verboten - wie zum Beispiel im Rubenheimer Weiher.

Wer in einem offenen Gewässer schwimmen geht, sollte sich stets bewusst sein, dass der rettende Rand nicht in Griffweite ist wie im Schwimmbad, sagt Schwimmmeister Uwe Balzer von der Rettungswache am Bostalsee. Ein weiteres Risiko liegt darin, dass viele im Schwimmen nicht trainiert sind, keine Kondition besitzen und es dann auch schnell mal zu einem Krampf kommen kann. Wenn dann Panik hinzukommt, kann es schnell lebensgefährlich werden. Für einen solchen Fall lautet der Rat des Experten Balzer: Auf den Rücken drehen, ruhig durchatmen und versuchen, den Krampf durch Dehnen zu lösen. Dann mit einem ganz normalen Schwimmstil direkt zum Ufer schwimmen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 07.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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