Eine junge Frau sitzt mit FFP2 Maske,Schutzmaske,Mundschutz am Steuer eines PKW,Auto und blickt nach hinten. (Foto: Imago Images/Sven Simon)

Warum piept das Auto immer

Stephan Deppen   10.12.2022 | 13:49 Uhr

Kennen Sie das? Ihr Auto nervt beim Fahren. Unzählige Pieptöne, falsche Warnmeldungen - und zu allem Überdruss wird es in wenigen Jahren verpflichtend, dass eine Kamera den Fahrer und sein Tun überwacht. Wird da wirklich alles besser durch die elektronischen Helfer? SR 3-Reporter Stephan Deppen ist skeptisch.

Unvermittelt taucht das Bild einer Kaffeetasse im zentralen Anzeigeinstrument vorne im Auto auf. Graphisch wird noch der Kaffeedampf angedeutet. Wirkt so gemütlich und ist doch nervig. Aber warum piept das Auto denn andauernd?

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Service: Warum das Auto piept
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 10.12.2022, Länge: 02:59 Min.]
Service: Warum das Auto piept

Die schöne Show wird nämlich begleitet von dem Warnhinweis, dass der Fahrer offenbar übermüdet sei und dringend eine Pause benötige. Falsch gedacht, liebe Technik - zweimal unvermittelt ausweichen und die ruckartigen Bewegungen haben dem elektronischen Helferlein wohl Übelkeit verursacht. Also den Hinweis löschen - wieder Blicke und Handbewegungen, die vom Verkehrsgeschehen ablenken.

Auch die Technik übersieht

Anderes Beispiel: die Verkehrszeichenerkennung hat das Tempo 70- Schild auf der Landstraße korrekt erkannt und eingeblendet. Doch zweihundert Meter weiter beginnt der Ort. Und das Ortseingangsschild begrenzt ja automatisch das Tempo auf 50 Stundenkilometer. Das wird nicht in dieser Form erkannt. Das Auto gaukelt dem Fahrer also vor, man dürfe mit 70 Sachen durch den Ort brettern. Das stellt ein echtes Problem dar, denn die schlaue Technik ist auch nicht allwissend. Deshalb schadet Mitdenken auch nicht - und daran ändert sich auch bei den intelligenten neuen Autos nichts.

Touch-Bedienung lenkt ab

Manchmal sind sie sogar gefährlich. Bei manchem Auto kann man die Temperatur und die Lautstärke des Radios nur verstellen, wenn man den Blick von der Fahrbahn auf ein Display in der Mitte des Armaturenbrettes lenkt und dort nacheinander mehrere Tasten drückt. Touch-Bedienung ist bei einem Mobiltelefon vielleicht praktisch, im Auto nur nervig und gefährlich.

Und es piept schon wieder

Spurhalteassistenten sind auch so ein Problem: sie sollen Fahrer oder Fahrerin aufrütteln, wenn sie die Fahrspur ohne zu blinken verlassen. Gut gemeint, aber mitunter so unsensibel, dass die Fuhre unmotiviert abrupt die Richtung wechselt. Und an Stellen, an denen sich zwei Fahrspuren zu einer verengen, sind die Systeme zuweilen überfordert. Und alles untermalt mit Pieptönen unterschiedlicher Nervgrade.

Noch ein bisschen was zu tun

Wohl dem, der ein Auto hat, in dem sich manche Funktionen deaktivieren lassen. Dann ist die Nerverei zwar weg, aber der eigentlich ja gewünschte Sicherheitsgewinn auch. Da gibt es noch viel zu tun und zu verbessern. Die Vorstellung, dass wir in einigen Jahren vielleicht autonom unterwegs sein können, ist noch nicht ganz ausgereift. Insbesondere in der Stadt kann in jeder Sekunder soviel passieren, dass jeder Rechner damit überfordert ist. Bisher jedenfalls.

Ein Beitrag aus der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 10.12.2022

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