Selbstexperimente: Meditieren (Foto: Corinna Mamok)

Mit Selbstexperimenten bei sich selbst ankommen

mit Informationen von Lena Schmidtke   30.06.2022 | 08:30 Uhr

Therapie, Weltreise, Yogaretreat - wer den Kontakt zu sich selbst verloren hat, sucht die unterschiedlichsten Wege, um wieder bei sich anzukommen. Wie das auch gehen kann: mit Selbstexperimenten! Corinna Mamok aus Altenkessel hat diese für sich entdeckt. Jeden Monat sucht sie sich ein neues "Alltags-Abenteuer".

Sich in etwas Neuem ausprobieren, ein Abenteuer erleben, sich aus der eigenen Komfortzone pushen - das ist die Idee hinter den Selbstexperimenten von Corinna Mamok aus Altenkessel. Ein solcher Selbstversuch kann 30 Tage dauern, mal sind es nur zwei Wochen oder Eintagsexperimente. Diese wirkten wie ein "Selbstbewusstseinsbooster" und "bringen mich zu mir", sagt sie.

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Mit Selbstexperimenten bei sich selbst ankommen
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 30.06.2022, Länge: 04:39 Min.]
Mit Selbstexperimenten bei sich selbst ankommen

Raus aus dem Alltags-Korsett

Wie wäre es zum Beispiel mit dem Klassiker? 30 Tage lang jeden morgen früh aufstehen und meditieren? Die vielen Stimmen im Kopf mit all den To-Dos mal an sich vorbei ziehen lassen, sich selbst spüren: Wer bin ich? Wo will ich hin? Das macht für Mamok den Reiz aus.

Circa 20 Minuten am Tag meditieren – das ist ihr Selbstexperiment für den Juni. Seit über einem Jahr sucht sie sich immer wieder eine neue 30-Tage-Challenge. Die Selbstversuche bringen viel Abwechslung, Nervenkitzel und Neues mit sich: egal ob jeden Tag Klavier spielen, komplett auf Industriezucker verzichten, jeden Tag Sex, um halb 5 morgens aufstehen, oder täglich einen Dankesbrief schreiben – an eine Kundin, an den Lieblingsautor oder die Verkäuferin beim Bäcker.

Das Selbstbewusstsein stärken

Corinna Mamok wählt ihre Experimente immer so aus, dass sie ihr langfristig was bringen. Da dürfe es kurzfristig auch ruhig mal unbequem werden - wie bei ihrem Finanzexperiment. Denn gerade bei Themen, die einem langweilig oder unzugänglich erscheinen, könne man sich so Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit verschaffen.

Beim Klavierspielen hat sie zum Beispiel gelernt, Fehler zu analysieren, statt sich über sie aufzuregen. Zuckerfreies Essen hat ihr Kopfschmerzen erspart - das hat sie sogar über vier Monate lang durchgezogen.

Besonders reizvoll könne es auch sein, sich seinen Ängsten zu stellen - zum Beispiel nachts alleine draußen schlafen. Wenn man das geschafft habe, sei das Erfolgserlebnis umso größer.

Ein Vertrag mit sich selbst

Dafür brauche es viel Selbstdisziplin – die sich aber lohne, so Mamok: "Es ist ein Selbstbewusstseinsbooster und bei jedem Experiment lerne ich mehr über mich selbst. Und die Selbstexperimente bringen mich zu mir." Letztlich schließe man einen Vertrag mit sich selbst. Breche man diesen, breche man ein Versprechen, das man sich selbst gegeben habe.

Wichtig auch: vorher genaue Regeln festlegen. Bei ihrem Zuckerfrei-Experiment hat sie sich erlaubt, hin und wieder Pistazieneis zu essen.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 30.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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