Steg des Segelclubs Saar am Remeringer Weiher (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Segel-Club Saar soll in Remering die Segel streichen

Étang des Marais - Département Moselle

Lena Schmidtke   25.06.2021 | 12:30 Uhr

Seit über 50 Jahren hat der Segel-Club Saar seine Segelbasis am Weiher bei Remering im Département Moselle aufgebaut. Doch die Boote liegen schon seit Jahresbeginn auf dem Trockenen. Die Gemeinde hat jede Segelaktivität verboten. Der Verein vermutet, dass die Gemeinde Platz machen will für den Camping-Betreiber CapFun.

40 Minuten von Saarbrücken entfernt liegt der Remeringer Weiher. Hier hat der Segel-Club Saar seine Segelbasis. 1966 hatte der Segel-Club das Grundstück gekauft. Hier stehen das Clubheim, die Wohnwagen der Segler und natürlich, schön aufgereiht: die Segelboote. Doch die haben schon länger kein Wasser mehr unter dem Kiel gesehen.

Segel-Club Saar soll am Remeringer Weiher die Segel streichen
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 25.06.2021, Länge: 03:08 Min.]
Segel-Club Saar soll am Remeringer Weiher die Segel streichen

Segelverbot aus Sicherheitsgründen?

Ende letzten Jahres ging beim Segel-Club ein Brief des Bürgermeisters ein. „Alle nautischen und Unterwasser-Aktivitäten sind in den Gewässern des Étang des Marais in Remering les Puttelange ab dem 1. Januar 2021 untersagt.“ Das heißt: Segelverbot. Die Begründung: Unter anderem könne die Gemeinde die Sicherheit nicht mehr gewährleisten.

Ein Schock für Segel-Club-Vorsitzenden Claus Schrick: „Das haben wir gar nicht begriffen. Das hat erst mal eine Woche gedauert.“ Und auch Sportwart Torsten Stephan versteht die Welt nicht mehr. „Wir haben unsere Ausrüstung hier, unsere Boote werden begleitet von Motorbooten, von Rettungsschwimmern, ausgebildeten Rettungskräften, von erfahrenen Seglern. Hier ist noch nie was passiert.“ Er glaubt, dass hinter dem Segelverbot etwas ganz anderes steckt: "Die wollen hier den Platz haben für den neuen Betreiber CapFun," sagt Stephan. Beweisen könnten sie das jedoch nicht nicht.

Segel-Club wäre zur Kooperation bereit

Segelboote auf dem Gelände des Segel-Club Saar (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Der Segel-Club Saar hat in den letzten 50 Jahren viel in seine Segelbasis investiert - unter anderem selbst Strom- und Wasserleitungen verlegt und vor einigen Jahren auch den Steg erneuert. Und er will eigentlich bleiben. Aber die Gemeinde ist laut Segel-Club nicht gesprächsbereit. Auch auf SR-Anfrage kam bisher keine Reaktion.

Noch hat der Segel-Club nicht ganz aufgegeben. Er wäre auch bereit, eine Wassernutzungsgebühr zu zahlen. Zudem hätte man mit CapFun doch eine Einigung treffen können, sagt Helmut Stephan. Zum Beispiel wäre der Verein bereit gewesen, den Gästen von CapFun Segeltouren anzubieten. "Hätte doch allen was gebracht.“

Inzwischen hat der Segel-Club einen Anwalt eingeschaltet, eine Einigung mit der Gemeinde ist jedoch bisher nicht in Sicht.

Auch die Campingplatz-Bewohner sind in Sorge

Der Campingbetreiber CapFun ist aktuell dabei, ein Spaßbad am Weiher aufzubauen. Dafür wurde bereits das alte Strandbad abgerissen. Auf dem Campingplatz rund um den Segel-Club sind inzwischen auch die Bewohner beunruhigt. "Früher haben wir fünf Jahre unterschrieben und jetzt nur noch sein Jahr", sagt Wohnmobilbesitzer Joseph. Er befürchtet, dass auch sie CapFun weichen müssen. Man habe derzeit das Gefühl, dass man "rausgeekelt" werden soll, sagt er.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 25.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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