Schüler arbeiten in einer Unterrichtsstunde mit Tablets (Foto: picture alliance/Uli Deck/dpa)

Tablets für alle - was ist geplant?

Steffani Balle   13.08.2020 | 12:30 Uhr

Im Laufe des Schuljahrs soll es nach und nach für alle der rund 120.000 Schüler im Land Tablets geben. Der Digitalpakt macht’s möglich. Digitales Lernen soll nämlich nicht nur im Katastrophenfall möglich sein, sondern auch in Normalzeiten in den Schulalltag integriert werden.

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Schulstart: Tablets für Alle - was ist geplant?
Audio [SR 3, Steffani Balle, 13.08.2020, Länge: 02:53 Min.]
Schulstart: Tablets für Alle - was ist geplant?
Digitales Lernen soll nicht nur im Katastrophenfall möglich sein, sondern auch in Normalzeiten in den Schulalltag integriert werden.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot hat es sich auf die Fahne geschrieben: Man wolle die klassische Schulbuchausleihe durch eine Medienausleihe ersetzen, so dass alle Schüler einen Zugang zu einem Tablet erhalten.

Komplettversorgung erst 2021/22

Diese flächendeckende Versorgung aller Schüler mit Tablets wird es aber erst zum übernächsten Schuljahr 2021/22 geben. Für den kurzfristigen Bedarf hat die Landesregierung selbst 1000 Tablets angeschafft und rund sechs Millionen Euro an die Landkreise als Schulträger weiter gereicht.

Erste Geräte an bedürftige Schüler

Mit diesen Bundesmittel wolle man zunächst den Schülern Geräte zugänglich machen, die Anspruch auf Fördermittel hätten, so Streichert-Clivot. Das betrifft rund 24.000 Schülern, die auch Anspruch auf Erstattung von Schulbus-Beförderung oder Schulbuch-Ausleihe haben.

Große Nachfrage

Der Regionalverband will 3000 Geräte bestellen, in Saarlouis sind 1700 Geräte bereits bestellt, für den Kreis Neunkirchen gut 1000. St.Wendel und der Saar- Pfalz- Kreis haben jeweils rund 800 und Merzig 700 Tablets geordert. Alle Kreise können auch noch auf eine Notreserve in den Schulen zurückgreifen.

Aber: Was nützt alles Geld, wenn die Hersteller mit der Lieferung nicht nachkommen? Der Weltmarkt ist derzeit ziemlich leer gefegt. Und kompatibel untereinander sollen die Geräte ja auch sein, betont die Ministerin.

Personalprobleme

Bei aller Zustimmung zum Grundsätzlichen wendet der Leiter des Christian- von- Mannlich- Gymnasiums Wolfram Peters ein: Es fehle Personal vor allem bei Administratoren. Usus ist derzeit, dass im Idealfall ein, zwei Lehrerinnen IT-affin sind und sich um Wartung und Software-Updates kümmern -und das neben ihrer Lehrtätigkeit. Aber das soll sich mit der flächendeckenden Ausstattung ändern, verspricht die Ministerin.

WLAN-Verbindung

Wenn das alles klappt, dann braucht es nur noch eine stabile WLAN-Verbindung. Anfang der Ferien hatten 94 Schulen gar keine Verbindung, an den anderen Schulen sind Zweifel erlaubt, ob das Netz ausreicht, wenn sich alle Schüler für den Unterricht einwählen. Denn zeitgleich braucht dann der Lehrer auch noch freies Netz hat, um Unterricht abzuhalten. Aber auch an diesem Problem arbeiteten Land und Kreise mit Hochdruck, versichert die Ministerin.


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