Eine Schülerin beim "Homeschooling" (Foto: SR)

Die Erfahrungen und Wünsche der Eltern

Schulstart im Saarland

Steffani Balle   11.08.2020 | 16:30 Uhr

120.000 Schülerinnen und Schüler mussten monatelang zuhause bleiben. Viele Eltern und besonders jüngere Kinder kamen da oftmals an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Selbst im Home-Office oder mit Anwesenheitspflicht bei der Arbeit und die Kinder sollen zuhause am Computer lernen. Der Alltag war von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Wie die Eltern dieses Zeit erlebt haben und was sie sich für das neue Schuljahr wünschen.

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Schulstart im Saarland: Die Erfahrungen und Wünsche der Eltern
Audio [SR 3, Steffani Balle, 11.08.2020, Länge: 03:07 Min.]
Schulstart im Saarland: Die Erfahrungen und Wünsche der Eltern

Marianne fasst ihre Erfahrung mit dem Homeschooling so zusammen: "Anstrengend. Sehr anstrengend." Der plötzliche Lockdown hatte die Mutter einer 16- Jährigen genauso kalt erwischt wie alle anderen Eltern schulpflichtiger Kinder. Und die Landes-Elternsprecherin für Gymnasien, Katja Oltmans, ergänzt: Es habe einfach an allen Ecken und Enden gehakelt und geholpert. Mit der Situation seien im Grunde alle überfordert gewesen. Aber auf so etwas könne man sich im Grunde auch nicht wirklich vorbereiten.

Großes Problem: die Technik

Nur wenige Schulen im Land waren in der Lage, so schnell zu reagieren, dass sie innerhalb von Tagen Video-Beschulung nach Stundenplan anbieten konnten. Die Schalten für Videokonferenzen hätten oft nur schlecht funktioniert und auch die Kommunikation mit den Lehrern sei oft schwierig gewesen, sagt die Elternsprecherin.

Hinzu kam, dass nun mal nicht jeder Haushalt mehrere Computer bzw. Laptops und ein entsprechendes WLan hat, um Home-Office der Eltern und gleichzeitiger Schularbeit der Kinder zu ermöglichen.

Weiteres Problem: ausgesetzte Leistungsüberprüfungen

Und auch die Ankündigung des Ministeriums, dass es keine Leistungsüberprüfungen und zum Abschluss des Schuljahres kein Sitzenbleibern geben wird, hat so machen Eltern Probleme bereitet, denn plötzlich war ein wichtiges Argument, warum auch zuhause gelernt werden muss, einfach weg.

Die Hoffnung für das neue Schuljahr

Mit bangem Blick schaut die Landeselternvertreterin derzeit auf die Entwicklung der Infektionszahlen. Die Angst vor Ansteckung ist da, andererseits wünschen sich die allermeisten Eltern eine schnellst mögliche Rückkehr zum gewohnten Präsenzunterricht ihrer Kinder. Schule im Klassenraum von 8.00 bis mindestens 13.00 Uhr – und das jeden Tag. Und wenn das nicht möglich sei, dann sollte zumindest eine Mischung geben, sagt Otlmanns. "Ich glaube nicht, dass eine reine Online-Beschulung den Kindern und den Menschen allgemein gut tut."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 11.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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