Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. (Foto: dpa / picture alliance / Armin Weigel)

Unterricht zuhause - Fazit und Ausblick

Stephan Deppen   14.04.2020 | 20:22 Uhr

Auch wenn die Schulen schon seit Wochen geschlossen sind: Der 14. April ist offiziell der erste Tag der Osterferien im Saarland. Der Saarländische Lehrerverband zieht ein positives Fazit der vorangegangenen Unterrichtszeit im Homeoffice. Die Vorschläge der Nationalen Akademie der Wissenschaften zur Wiederöffnung der Schulen sieht der Verband hingegen kritisch.

Unterricht zuhause - Fazit und Ausblick
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 14.04.2020, Länge: 03:11 Min.]
Unterricht zuhause - Fazit und Ausblick

Ferien bleiben auch in Corona-Zeiten Ferien. "Die Schüler bekommen jetzt kein Material von den Schulen geliefert und das ist auch wichtig, damit sie sich entspannen können", sagt Lisa Brausch, die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV). Die letzten Wochen mit einer Mischung aus digitalem und analogem Schulbetrieb zuhause sind jetzt erst einmal beendet.

Ihr Fazit zu diesen eher ungewöhnlichen letzten Schulwochen: Es habe überwiegend gut geklappt. Und da es nicht überall an den Schulen und in den Elternhäusern die notwendigen digitalen Voraussetzungen gebe, sei das Material zum Teil dann einfach per Post geschickt oder sogar persönlich vorbei gebracht worden. Die Lehrer hätten in dieser Ausnahmesituation Großes geleistet "und was ich gehört habe, stellen wir auch eine große Zufriedenheit bei den Eltern fest", sagt Brausch. Klagen hätte es nur vereinzelt gegeben.

Wie geht es nach den Osterferien weiter?

Noch kann keiner sagen, wie der Unterricht nach den Osterferien ab den 27. April aussehen wird. Da in anderen Bundesländern die Osterferien früher enden als im Saarland, gibt es hier zumindest eine etwas längere Vorbereitungszeit auf den Wiederbeginn des Unterrichts. Das sei auch unbedingt nötig, sagt Brausch. Klar sei aber auch, "dass der Schutz, die Gesundheit und die Fürsorge auf jeden Fall - egal in welchem Schulbereich - vorgehen müssen."

Akademie der Wissenschaften
Leopoldina sieht Möglichkeiten für Normalisierung
Die Nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, hat ihre Stellungnahme zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise veröffentlicht. Demnach kann aus Sicht der Wissenschaftler das öffentliche Leben unter bestimmten Voraussetzungen schrittweise wieder normal anlaufen. Darunter zählt zum Beispiel eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag angeregt, zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I wieder zu öffnen - eine Empfehlung, die von der Gewerkschaft Erziehung und dem Philologenverband kritisiert worden ist und die auch der SLLV kritisch sieht. Gerade im Grundschulalter sei es sehr schwierig, die Abstandsregeln einzuhalten, sagt Brausch. "Die Kinder werden miteinander intensiv in Kontakt treten. Das lässt sich gar nicht vermeiden."

Der Wiedereinstieg in unser soziales Leben ist komplizierter, als es der Ausstieg war. Darauf weist auch Bildungsstaatssekretär Jan Benedyczuk hin. Und dann gibt es ja auch noch die Forderung, eventuell die Sommerferien zu verschieben oder zu verkürzen. Das aber hält Lisa Brausch für keine gute Idee: "Ich glaube, dass wir diese Sommerferien zur Wiederherstellung unserer physischen und psychischen Gesundheit einfach brauchen."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 14.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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