Schnaps brennen: Wie geht das und wer darf es?

Schnaps brennen: Wie geht das und wer darf es?

Oliver Buchholz   18.09.2018 | 12:55 Uhr

Die üppige Obsternte in diesem Jahr stellt viele vor die Frage: Was tun mit den vielen Früchten? Mit Marmelade kochen und Kuchen backen wird man den Obstbergen wohl kaum Herr. Also: Wie wärs mit Schnaps brennen? Im Prinzip eine gute Idee, doch Schnaps brennen darf bei weitem nicht jeder - und zudem ist es eine hohe Kunst. SR-Reporter Oliver Buchholz hat einen Brenner in Lebach-Landsweiler besucht und sich das Einmaleins des Schnapsbrennens erklären lassen.

200 Brennereien waren 2017 im Saarland beim Zoll registiert. Eine davon ist die Brennerei von Franz Penth in Lebach-Landsweiler. Er brennt sowohl für private Schnapsliebhaber - im Fachjargon "Stoffbesitzer" genannt - als auch für den eigenen Verkauf.

So wird aus Obst Schnaps

Bevor es ans Brennen geht, müssen die Früchte erst entsprechend vorbereitet werden. Sie kommen in den so genannten Muser, wo sie zerkleinert werden. Dann kommt Gärhefe dazu, die den Fruchtzucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt. "Das dauert - je nach Wärme - vier bis sechs Wochen"- so Penth.

In der Brennanlage werden dann die vergorenen Früchte - also die Maische - auf ca. 80 Grad erhitzt. Das ist die Temperatur, bei der der Alkohol verdampft. Dieser wird wieder verflüssigt und aufgefangen.

Auch privater Schnaps ist steuerpflichtig

Auch bei vielen Obst- und Gartenbauvereinen wird derzeit Schnaps gebrannt und auch sie nehmen Obst von privaten "Stoffbesitzern" an. Doch wer glaubt, auf diesem Weg günstig an Schnaps zu kommen, der irrt. Die Obst- und Gartenbauvereine müssen ihre Brände beim Zoll anmelden, denn auch auf Schnaps aus eigenem Obst müssen Steuern gezahlt werden. Und ganz wichtig: Gebrannt werden darf nur Obst, das vom eigenen Grundstück stammt.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 18.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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