Labrador (Foto: dpa)

Eine Spürnase für Schimmel

Jan Henrich   04.11.2021 | 12:45 Uhr

Schwarze Flecken an den Badezimmer-Fugen sind meistens schnell entdeckt und lassen sich auch gut beseitigen. Doch was, wenn Schimmel dort wächst, wo man ihn nicht sieht? Eine vierbeinige Spezialistin aus Losheim kann einen solchen versteckten Schimmelbefall aufspüren.

Spürhund Elli hat die Fährte aufgenommen. Vorbei an Möbeln schnüffelt die Labrador-Dame die Wohnzimmerwand entlang. An einem Bild bleibt sie stehen, friert für einen kurzen Moment ein. Das ist das Zeichen. Elli hat Schimmel entdeckt. Frauchen Patricia Stass klickt und lobt zur Bestätigung.

Spürnase für Schimmel
Audio [SR 3, Jan Henrich, 04.11.2021, Länge: 02:59 Min.]
Spürnase für Schimmel

Dies war kein echter Einsatz für den Schimmelspürhund an diesem Tag, sondern Training. Patricia Stass hatte zuvor die Probe versteckt. Auch zwei weitere Präparate werden auf Anhieb gefunden. Nach jedem erfolgreichen Fund bekommt Elli eine Belohnung. "Das ist ein Spiel für sie. Wenn ich ihr ihre Arbeitskleidung, das Geschirr anziehe, freut sie sich ungemein.", erklärt Ellis Trainerin.

Supernasen für viele Fälle

Suchhund bei der Arbeit (Foto: dpa)

Egal ob in Lawinengebieten, beim Aufspüren von Drogen oder als Assistenzhunde: Die gute Nase und ihr soziales Verhalten machen die Vierbeiner zu perfekten Helfern. Die Stoffe, auf die Hunde trainiert werden können, sind vielfältig. Erst kürzlich hatte die tierärztliche Hochschule Hannover herausgefunden, dass Spürhunde sogar zuverlässig Corona-Infektionen auf Großveranstaltungen erkennen können.

Ein Jahr Ausbildung

Ellis Ausbildung für die insgesamt elf häufigsten Schimmelarten hat ein Jahr gedauert. Stass hatte dafür einen Experten ins Saarland kommen lassen. Heute zeigt Elli nicht nur im Training, dass sie Schimmelbefall gerade dort aufspüren kann, wo er nicht auf den ersten Blick sichtbar ist.

Diagnose, ohne Schäden zu verursachen

Verdeckter Schimmelbefall in Wohnräumen kann viele Ursachen haben, wie Herrchen Christoph Stass weiß. Er selbst leitet einen Stuckateurbetrieb in Losheim und kennt sich mit Schimmelsanierung aus. Am Anfang hätten einige den tierischen Schimmel-Detektor im Team noch belächelt, doch der Einsatz von Ellis Spürnase zahlt sich aus. Ein Hund schnüffle nur, Kernborungen in Boden oder Wand verursachten erst mal einen Schaden, ohne zu wissen, ob man wirklich fündig wird, so Strass.

Hundeeinsatz nur der erste Schritt

Bei der Bekämpfung von hartnäckigem Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden ist der tierische Einsatz aber nur ein erster Schritt von vielen. Der Hunde könne nur anzeigen, ob es Schimmel gebe oder nicht. Wie stark der Befall sei, dass müsse dann durch einen Schimmelsachverständigen oder Baubiologen ermittelt werden.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 04.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja