Grundschule Blieskastel (Foto: SR/Lisa Betzholz-Weber)

Blieskastel will Sanierungsstau an Schulen beheben

Lisa Betzholz-Weber   14.08.2020 | 16:30 Uhr

In den Sommerferien wurde vielerorts die Gelegenheit genutzt, um die Schulen wieder auf Vordermann zu bringen. So auch in Blieskastel. Das Problem ist nur, dass an den sieben Schulstandorten der Stadt ein so großer Sanierungsstau herrscht, dass Millionen investiert werden müssen. Zuviel Geld auf einmal. Die Sanierung der Schulen wird sich deshalb über Jahre hinziehen - doch Blieskastel will es anpacken.

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Blieskastel will Sanierungsstau an Schulen beheben
Audio [SR 3, Lisa-Marie Betzholz, 14.08.2020, Länge: 03:12 Min.]
Blieskastel will Sanierungsstau an Schulen beheben

Die Schlossberg Grundschule in Blieskastel: An dem alten Schulgebäude aus den 60er Jahren blättert der Putz ab, die Außenwände mit den alten großen langen Fenstern, die nach oben und unten mit roten Klinkersteinen voneinander abtrennt sind, müssten dringend energetisch saniert werden. Ebenso wie die Elektroninstallationen, die benötigt werden, wenn Digitalisierung in der Schule Einzug halten soll. Aber auch die Klassenzimmer sind sanierungsbedürftig, sie bräuchten dringend neue Böden und neue Farbe.

Video [aktueller bericht, 14.08.2020, Länge: 3:02 Min.]
Sanierungsstau in Blieskastel

Das Dach der Schule habe man aber in den Sommerferien komplett erneuern können, sagt Guido Freidinger, der erste Beigeordnete der Stadt. Die energetische Sanierung soll nun in den Herbstferien stattfinden.

Geschätzte Kosten: mindestens 13 Millionen Euro

Die Schule am Schlossberg ist nicht der einzige Standort, der dringend modernisiert werden muss. Insgesamt seien sieben Schulen in Blieskastel mehr oder weniger schwer von Sanierungsstau betroffen, sagt Freidinger. Eine Bestandsaufnahme im vergangenen Jahre habe ergeben: "Wenn wir alle Schulen auf den aktuellen Stand bringen wollen, dann müssten wir 13 Millionen in die Hand nehmen." Das werde man über kurz oder lang auch machen müssen, aber nicht auf einen Schlag. "Wenn wir alle Schulen barrierefrei machen müssten, dann müssten wir sogar 19 Millionen in die Hand nehmen", so Freidinger. Das sein einfach zu viel Geld auf einmal für die Stadt.

Gemeinde will Budget "massiv nach oben fahren"

Immerhin wurden im laufenden Haushalt schon rund 500.000 Euro bereitgestellt. Das nehme sich mit Blick auf die benötigten Millionen zwar fast lächerlich aus, so Freidinger, aber in den vergangen Jahren hätten im Haushalt nur 100.000 bis 200.000 Euro zur Verfügung gestanden. "Das ist eigentlich weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Deswegen werden wir dieses Budget massiv nach oben fahren müssen."

Ein Großteil des Gemeinde-Geldes in den vergangenen Jahren stammte aus den Gewerbesteuer-Einnahmen. Diese werden wegen Corona-Krise in den nächsten Jahren vermutlich geringer ausfallen. Freidinger hofft deshalb nun auf Mithilfe vom Land.

Schuld ist jahreslanges Sparen an falscher Stelle

Der Grund, dass es so weit kommen konnte, sieht Freidinger im jahrelangen Sparen an der falschen Stelle. "Wenn Unterhaltung aus Sparsamkeitsgründen unterbleibt, dann wird irgendwann eine Grundsanierung fällig und die ist in der Regel teurer als eine dauerhafte Unterhaltung." Deshalb werde es in den nächsten Jahren im städtischen Haushalt auch ein Budget für die laufenden Reparaturkosten an den Schulgebäuden geben. Dem habe der Stadtrat bereits zugestimmt.

Ein Projekt für mehrere Jahre

Bis der Sanierungsstau an den Schulen komplett behoben sein wird, wird es aber mehrere Jahre dauern. Das Geld sei dabei nur ein Faktor, so Freidinger. Die meisten Arbeiten könnten eben nur in den Ferien stattfinden und auch Firmen und Personal, das die Bauvorhaben überwacht, seien nicht immer so leicht zu finden.

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