Safran (Foto: Anne Strauch / SR)

Safran-Ernte im Elsass

mit Informationen von Anne Strauch   18.10.2021 | 09:45 Uhr

Bei unseren Nachbarn im Elsass könnte man zurzeit das Gefühl haben, dass nicht Oktober, sondern April ist. Denn dort blühen Krokusse. Allerdings Safran-Krokusse. Und die haben einen umgekehrten Wachstumszyklus. Der Safran blüht im Herbst und wird jetzt geerntet.

150 bis 200 Blüten ergeben ein Gramm Safran. Und geerntet wird alles in Handarbeit. Da kann man durchaus nachvollziehen, dass Safran auch "das rote Gold" genannt wird und recht teuer ist.

Safran stammt eigentlich aus dem Orient. Aber auch im Elsass wächst die Krokus-Art. In der Nähe der Vogesen herrsche das perfekte Mikrokilma mit wenig Regen, sagt Marc Pfefen, Safranbauer aus Durrentzen.

Mühsame Ernte

Im Herbst werden die geschlossenen Blüten geerntet. Und das muss schnell gehen. Ab 10.00 Uhr öffnen sich die Blüten und bis dahin müssen sie gepflückt sein. Sonst leide die Qualität des Safrans, sagt Pfefen. Sobald die Blüten sich öffnen, bleibt der Rest der Krokusse stehen.

Safran-Ernte im Elsass
Audio [SR 3, Anne Strauch, 18.10.2021, Länge: 04:17 Min.]
Safran-Ernte im Elsass

Eine geschlossene Blüte nach der anderen landet so in den Körben. Anfangs sind es noch ein paar Hundert Blüten pro Tag, am Ende der Ernte können es bis zu 25.000 werden.

Qualitätskontrolle

Am heimischen Wohnzimmertisch zupft Marcs Frau Natalie drei bis sechs Fäden aus jeder Blüte und erklärt, worauf es ankommt: "Der Safranfaden muss gerade sein, daran lässt sich seine Qualität ablesen. Wenn man also ein Glas mit Safran öffnet und die Fäden sind gerade, dann weiß man, der ist gut! Und natürlich ist auch der Geruch wichtig. Und der Geschmack!"

Nicht nur was für Sterneköche

Marc Pfefen liefert das „rote Gold“ an Spitzenköche in der Region. Seine Frau Natalie ist überzeugt, dass Safran aber auch alltagstauglich ist - zum Besipiel, um ein Spiegelei zu veredeln. Und schon frühere Generationen wussten: „Safran macht den Kuchen gehl“. Gehl, also gelb, werden zum Beispiel Kuchen oder Reis, weil der rote Safran färbt.

"Safran ist außerdem als Antidepressivum bekannt. Man nennt ihn auch „Gewürz der Freude“, sagt Natalie Pfefen. Außerdem sei Safran ein Antioxidant und somit gut für die Gesundheit.

Ein Tipp für ein superleichtes und gesundes Safrangetränk: Einen Tee kochen und ein, zwei Safranfäden dazu geben. Die kann man dann sogar mittrinken.

Einkaufstipp

Wer qualitativ hochwertigen Safran kaufen möchte, sollte Fäden statt Pulver wählen. Beim Pulver lassen sich Inhalt und Qualität schlecht prüfen.

Ein Thema in den "BUnten Funkminuten" vom 18.10.2021 auf SR 3 Saaarlandwelle.

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