Luftaufnahme Saarwellingen (Foto: SR)

Saarwellinger Wohngebiet - fernab vom Schuss

mit Informationen von Nadja Dominik   13.12.2019 | 12:15 Uhr

Das neue Saarwellinger Wohngebiet "Campus Nobel" liegt eigentlich günstig: in Autobahnnähe, zugleich idyllisch am Wald und einem See, die preisgekrönte Kita "Kinderland" ist gleich um die Ecke. Was fehlt, ist eine ÖPNV-Anbindung. Das sorgt für Ärger bei den Anwohnerinnen und Anwohnern.

Wer im neuen Saarwellinger Wohngebiet "Campus Nobel" auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist, der steht vor Problemen. Busse zur Grundschule fahren zwar regelmäßig, bei weiterführenden Schulen gibt es aber nur auf dem Hinweg eine regelmäßige Verbindung. Die Konsequenz: Eltern müssen einen erheblichen Organisationsaufwand betreiben, damit die Kinder nach der Schule nachhause kommen.

KVS: Zu geringe Nachfrage

Saarwellingen: Neues Wohngebiet ohne Infrastruktur
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 13.12.2019, Länge: 03:06 Min.]
Saarwellingen: Neues Wohngebiet ohne Infrastruktur

Zuständig für Saarwellinger Busanbindung ist die KVS - und die sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Laut KVS sei die Nachfrage nach einer Busanbindung im "Campus Nobel" schlicht zu gering. Man hätte die Anwohner befragt, teilweise keine Antwort bekommen - und auch auf Wunsch einiger weniger Eltern drei Monate lang Busse probeweise eingesetzt. Doch diese Verbindungen am Nachmittag seien kaum genutzt worden, sagt Silvia Paulus von der KVS.

Nächste Haltestelle: Zwei Kilometer Waldweg

Eine Möglichkeit, den Bus nach Saarwellingen zu nehmen, gibt es. Die nächste Bushaltestelle liegt aber rund zwei Kilometer entfernt vom Campus und ist über einen Waldweg erreichbar. Der ist manchen Eltern aber zu unsicher. Die Gemeinde sieht das anders. Der Weg sei gerade erst mit einer Beleuchtung, einem Fahrradweg und einem Zurückschneiden der Bäume hergerichtet worden, sagt Hans Conrad von der Gemeinde Saarwellingen. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 350.000 Euro.

Manchen Anwohnerinnen und Anwohnern reicht das nicht. Der Schulverkehr sei es ja auch nicht allein. Man sei von der Welt abgeschnitten, auf das Auto angewiesen. Das könne es ja nicht sein, es müsse doch wenigsten einen Bus geben, mit dem man mal in die Stadt fahren kann.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" vom 13.12.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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