Schüler sitzen mit Maske im Unterricht (Foto: dpa/Matthias Balk)

Ist das Saarland für Hybridunterricht gewappnet?

Oliver Buchholz   23.11.2020 | 16:30 Uhr

Am Mittwoch beraten sich Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin über das weitere Vorgehen bei den Coronamaßnahmen. Dabei wird es auch um die Schulen gehen und damit um die Frage, ob angesichts der hohen Infektionszahlen der Präsenzunterricht immer noch das Mittel der Wahl ist oder ab man nicht doch langsam in Richtung Hybridunterricht denken sollte. Doch wäre das Saarland überhaupt auf diese Form des Unterrichts vorbereitet?

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Ist das Saarland für Hybridunterricht gewappnet?
Audio [SR 3, Oliver Buchholz , 23.11.2020, Länge: 03:02 Min.]
Ist das Saarland für Hybridunterricht gewappnet?

Gemeinhin versteht man unter Hybridunterricht, dass die eine Hälfte einer Klasse in der Schule, die andere Hälfe zeitgleich zuhause unterrichtet wird. Und nach einer Woche ist dann Wechsel. Mit dieser Form des Unterrichts ist es möglich, die Kontakte der Schüler untereinander zu verringern.

Lehrerverband für Hybridunterricht

Der saarländische Lehrerverband mit Lisa Brausch an der Spitze befürwortet diese Form des Unterrichts in der aktuellen Situation. Das Infektionsgeschen mache es unerlässlich, neue Wege zu gehen, sagt sie. "Wir unterrichten in viel zu großen Klassen, ohne dass Abstände eingehalten werden können."

Die Position des Bildungsministeriums

Das saarländische Bildungsministerium hingegen will so lange wie möglich am flächendeckenden Präsenzunterricht festhalten. Trotzdem habe man Vorbereitungen getroffen, sagt Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Die Bundesmittel aus dem Sofortausstattungsprogramm seien bereits weitergeleitet und die Schulträger hätten bereits einen Großteil der Geräte bestellt. 24.000 Tablets waren nach dem vergangenen Lockdown versprochen worden. Die Hälfte davon sei kurz vor der Auslieferung, heißt es aus dem Bildungsministerium. Darüber hinaus habe man das Projekt "Onlineschule Saarland" weiter ausgebaut. "Wir haben inzwischen über 70.000 Schülerinnen und Schüler und fast 9.000 Lehrerinnen und Lehrer, die die Platform nutzen", sagt die Bildungsministerin.

Lehrerverband kann sich auch Wochenplanarbeit vorstellen

Der Lehrerverband begrüßt zwar diese Anschaffungen der Tablets, trotzdem könne man aber auch ohne diese Technik in den Wechselunterricht starten, Stichwort Wochenplanarbeit. Das bedeutet, "dass alle Schülerinnen und Schüler individuell einen Plan haben, was sie in einer bestimmten Woche zu erledigen haben", sagt Brausch. Dieses Konzept werde auch im regulären Unterricht angewendet.

Eltern präferieren Präsenzunterricht

Doch vor allem Eltern haben damit keine guten Erfahrungen gemacht. Schülerinnen und Schüler müssten schließlich auch zuhause betreut werden, mahnt Landeseltenvertreterin Katja Oltmanns an. Von Elternseite werde deshalb der Präsenzunterricht präferiert.

Ältere Schüler für Hybridunterricht

Für ältere Schüler spielt die Betreuung eine eher untergeordnete Rolle. Viele würden einen Hybridunterricht befürworten - und das nicht nur wegen der Reduzierung der Ansteckungsgefahr. Man könne zuhause auch im eigenen Tempo lernen, so ein Schüler.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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