Vom Wald auf die Straße: Bei der Saar-Lor-Lux Classique, die am Samstag in Saarbrücken geendet ist, gehen jährlich prachtvolle Oldtimer an den Start und konkurrieren um die Rallye-Krone. (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Oldtimer fahren in Zeiten des Klimawandels?

Chris Ignatzi   04.09.2021 | 09:20 Uhr

Am 4. und 5. September rollen sie wieder durchs Land: die Oldtimer. Wegen Corona konnte in diesem Jahr die "Saar-Lor-Lux Classique" nicht wie üblich im Frühjahr stattfinden. Doch ist das Fahren von Oldtimern mit Blick auf den Klimawandel überhaupt noch zeitgemäß?

Zurzeit sind rund eine halbe Million Fahrzeuge als Oldtimer auf deutschen Straßen unterwegs. Bei 66 Millionen zugelassen Fahrzeugen ist der Anteil dieser Fahrzeuge also sehr gering.

Peter Bauer kommt ins Schwärmen, wenn er von seinem Oldtimer redet. Der Chef des Entenclubs in Saarbrücken hat sich seinem Hobby verschrieben. Für ihn ist es Entspannung pur, mit einem jahrzehntealten Auto durch die Gegend zu fahren. Doch ist das nicht ökologischer Unsinn? Quatsch, sagt er. 

Oldtimer fahren in Zeiten des Klimawandels?
Audio [SR 3, Chris Ignatzi, 04.09.2021, Länge: 03:08 Min.]
Oldtimer fahren in Zeiten des Klimawandels?

Ein Auto verursache bei der Produktion wahnsinnig viele Emissionen und die heutigen Autos seien viel größer, schwerer und verursachten bei der Produktion deutlich mehr Emissionen als die Autos früher. Und das rechtfertige sich nur durch eine lange Laufzeit, sagt Bauer. Also lieber gemütliches Tuckern auf Landstraßen mit einer alten Mühle, statt Bleifuß mit den neuesten Sportwagen. Lieber acht Liter auf hundert Kilometer einmal im Monat statt 20 Liter im SUV jeden Tag fünf Minuten zur Arbeit.

Dieses Credo teilen viele Oldtimerfreunde. Und das hilft ihnen auch dabei, dass auch die vermeintlichen politischen Gegner sich nicht an den historischen Autos stören.

Die Grünen: Kein Problem mit den Oldtimern

Die Grünen im Saarland teilen auf Nachfrage mit, dass sie zwar fordern, dass ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden sollen. Oldtimer sollten aber durchaus weiterhin über die saarländischen Straßen fahren dürfen. Wortwörtlich heißt es: "Diese Fahrzeuge repräsentieren Fahrzeuggeschichte." Durch sie könne man Fahrzeugtechnik und Autodesign der Vergangenheit in eindrucksvoller Weise vor Augen geführt bekommen.

Pro Oldtimer auch seitens der Verkehrsministerin

Ähnlich sieht es die saarländische Verkehrsministerin. Anke Rehlinger fährt selbst einen Oldtimer und stellt sich auf die Seite von Saar-Vor-Lux Classique und Co. Als Verkehrsministerin könne sie das rege Interesse an Oldtimern, Oldtimer-Veranstaltungen und -Messen sehr gut verstehen. Oldtimer seien eben auch Kulturgüter und Zeitzeugen. Gerade weil sie kein Massenphänomen seien und meist nicht viel gefahren würden, seien Ausnahmen für Oldtimer auch gerechtfertigt, so die Ministerin.

Oldtimerfreunde wie Peter Bauer freuen solche Aussagen - denn das heißt: So bald wird man ihm das Fahren in den Histörchen nicht verbieten. Und so wird er auch in Zukunft, zumindest auf seinen Ausflugsfahrten von A nach B kommen, in einem Auto, das zwar nicht die neuesten Partikelfilter eingebaut hat, aber nach wie vor einen besonderen Status inne hat.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 03.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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