Rückepferde im Wald (Foto: Pixabay)

Wieder im Einsatz: Rückepferde im Saarland

mit Informationen von Nadja Dominik   21.12.2021 | 09:45 Uhr

Früher war der Einsatz der so genannten Rückepferde Usus. Später wurde ihre Arbeit meistens durch Maschinen ersetzt. Doch das hatte seinen Preis: Schäden im Wald und auf den Wegen. Viel umweltschonender ist da das Rückepferd. Auch im Saarland lebt die uralte Tradition wieder auf.

Rückepferde gehen schonend mit dem Boden und den umliegenden Bäumen um und haben auch keine Probleme mit Steilhängen oder ähnlichen Gelände-Gegebenheiten. Auch im Saarland kommen die Tiere hier und da wieder zum Einsatz. So etwa bei Pferderücker Ernst Winkmann. Er stellt mit Hilfe seines 850 Kilogramm schweren Kaltblüters Wulkan Brennholz für die Förster bereit.

Weniger Waldschäden, vielseitig einsetzbar

Nachhaltige Forstwirtschaft: Rückepferde im Saarland
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 21.12.2021, Länge: 04:41 Min.]
Nachhaltige Forstwirtschaft: Rückepferde im Saarland

Aus dem Unterholz werden rund fünf Meter lange Baumabschnitte auf einen Weg gezogen. Besonders jetzt im Winter würden hier Maschinen erhebliche Schäden anrichten, den Boden verdichten und tiefe Furchen dort hinterlassen.

Im Gegensatz zu den lauten und schweren Forstmaschinen verursachen Pferde praktisch keine Waldschäden, hinterlassen keine Rückstände wie Öl oder Benzin und stören darüber hinaus nicht durch Einsatzgeräusche die anderen Tiere im Wald. Auch die Waldbesucher freuen sich über den Anblick von Rückepferden.

Zwei Jahre Ausbildung

Rückepferd Wulkan und Ernst Winkmann sind ein eingespieltes Team. Rückepferde müssen aufs Wort gehorchen können. Sie müssen auch einiges ab können - es ist laut mit der Kettensäge, die die Bäume fällt, dann fallen die Bäume um. Es gibt viel Krach. Dann müssen die Stämme aus dem Unterholz gezogen werden. Ein fordernder Job, für Mensch und Tier. Knapp zwei Jahre dauert es, bis die Pferde soweit sind.

Immer mehr gefragt

Ihr Einsatz bewährt sich auch auf unwegsamem, schlecht zugänglichem Gelände. Innerhalb einer naturnahen und nachhaltigen Forstwirtschaft sei deshalb die Tradition mit den Rückepferden zu arbeiten immer mehr gefragt, sagt Ernst Winkmann. Gerade war er in Rheinland- Pfalz, jetzt ist er im Saarland im Einsatz.

Er möchte die Tradition erhalten und bringt sie auch den Kleinen nah. Kita- und Schulkinder sehen immer wieder staunend zu, wenn er mit seinen Pferden im Einsatz ist.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 21.12.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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