Fuchsgehege in Neunkirchen (Foto: SR)

Mögliches Fuchsgehege am Neunkircher Zoo wird zum Politikum

Mit Informationen von Marc André Kruppa   29.07.2022 | 06:00 Uhr

Seit dieser Woche wird über Fuchshaltung und Fuchsjagd im Saarland diskutiert. Auslöser ist ein anklagender Kommentar von Tierschützern in den sozialen Medien zu einem geplanten Fuchsgehege auf dem Gelände des Neunkircher Zoos. Die Füchse sollen zu Jagdübungszwecken dienen.

Hartmann Jenal vom Wildtierschutzverein hat eine gewaltige Debatte los getreten. Der Betreiber einer Fuchs-Aufzuchtstation hatte erfahren, dass auf dem erweiterten Gelände des Neunkircher Zoos ein Fuchsgehege entstehen soll. Und zwar im Auftrag von Jagdvereinen, die die Füchse zum Trainieren ihrer Jagdhunde an künstlichen Fuchsbauten, in sogenannten Schliefanlagen, nutzen wollen.

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Mögliches Fuchsgehege am Neunkircher Zoo wird zum Politikum
Audio [SR 3, Marc André Kruppa, 28.07.2022, Länge: 02:16 Min.]
Mögliches Fuchsgehege am Neunkircher Zoo wird zum Politikum

Jenal sieht Lizenz zum Tierquälen

Aus Jenals Sicht ist das ein Skandal. Die Jäger hätten nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch noch zum Tierquälen. Im Tierschutzgesetz sei so etwas eigentlich verboten - mit Ausnahme eben für jagdliche Einrichtungen.

Auf Facebook postete Jenal daraufhin ein beispielhaftes Foto einer solchen Schliefanlage mit einem eingepferchten Fuchs, der von einem Hund angebellt wird. Solch eine Anlage soll zwar nicht auf dem Zoogelände entstehen, trotzdem wurde der Beitrag hundertfach kommentiert und mit Rücktrittsforderungen an den Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch versehen.

Grüne wollen städtische Stellungnahme

Der sieht sich wiederum als Opfer einer Hetzkampagne gegen ihn. Vor allem wehrt er sich gegen die Behauptung, der Zoo baue das Fuchsgehege selbst: Auf Bitten der Jägerschaft habe der Zoo eine kleine Fläche im Wald zur Verfügung gestellt zur Anlage eines Fuchsgeheges, und zwar in Verantwortung der Jägerschaft.

Wenn der Bau abgeschlossen sei, wolle der Neunkircher Zoo gewährleisten, dass die Füchse dort gut gehalten werden, so Fritsch, der selbst Jäger ist. Doch der Fuchs ist inzwischen zum Politikum geworden. Die saarländischen Grünen fordern die Stadt Neunkirchen auf, Stellung zum geplanten Fuchsgehege und den Jagdmethoden zu beziehen. Ein weiterer Appell geht an den einzigen Kandidaten um die Nachfolge des Landestierschutzbeauftragten Arnold Ludes. Ludes, ebenfalls Jäger, möchte sich dazu auf SR-Anfrage noch nicht äußern.

Borger nennt Luxemburg als Vorbild

Der ehemalige Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger wendet sich zudem in einem offenen Brief an Umweltministerin Berg und fordert sie auf, den Tierschutz bei der Jagd zu verschärfen und sich an Luxemburg zu orientieren. Dort wurde die Fuchsjagd vor sieben Jahren verboten. Das Ministerium hat zumindest den Eingang des Schreibens bestätigt.

Der Neunkircher Zoo ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht. Fritsch beteuert: "Wir haben uns vorgenommen, an der Entwicklung von alternativen Methoden mitzuarbeiten." Diese sollen den Einsatz von lebenden Füchsen in solchen Anlagen ersetzen. Für Tierschützer Hartmann Jenal ist das nicht genug. Er plant am 7. August eine Mahnwache vor dem Zoo.

So ging es los

Obere Jagdbehörde prüft Antrag
Ärger um mögliches Fuchsgehege am Zoo Neunkirchen
Zwischen dem Neunkircher Zoo und dem Wildtier-Schutzverein im Saarland bahnt sich Streit an. Hintergrund sind Vorwürfe der Tierschützer, der Zoo lasse Fuchsgehege auf seinem Gelände bauen, um Jägern das Abrichten für ihre Hunde zu ermöglichen. Der Zoo weist die Vorwürfe zurück.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 29.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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