Ein Mann sitzt an Notizbuch und Rechner im Homeoffice.  (Foto: Pixabay / Free-Photos)

Risikopatient seit März in Schutzquarantäne

Sarah Sassou   09.12.2020 | 13:14 Uhr

as Quarantäne wegen Corona bedeutet, haben mittlerweile eine Reihe von Saarländerinnen und Saarländern selbst erlebt: 24 Stunden in der Wohnung verbringen, keine persönlichen Kontakte zu anderen Menschen. Zum Glück dauert das ja höchstens 14 Tage. Bei Stefan und seiner Familie aber nicht, sie sind seit März zuhause. Er und seine Frau sind nämlich chronisch krank.

Risikopatient seit März in Schutzquarantäne
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 09.12.2020, Länge: 02:57 Min.]
Risikopatient seit März in Schutzquarantäne

Stefan hat sich zum Videointerview verabredet. Auf dem Bildschirm erscheint ein sympathischer Endvierziger, mit Brille, kleine Creolen in den Ohren, einen modischen Schal um den Hals. Stefan hat unter anderem eine Gerinnungsstörung, wie seine Frau leidet auch er an Rheuma. Seit Corona im Frühjahr über Deutschland hereinbrach, ist die Familie überwiegend in ihrem Haus im pfälzischen Schifferstadt.

Mehrmals im Jahr ist Stefan in Neunkirchen und Homburg, weil hier seine Ärzte sind. Er ist in Homburg aufgewachsen. Später dann arbeitete er im öffentlichen Dienst. Herzlichkeit und körperliche Nähe gehörten quasi zur Jobbeschreibung. Mittlerweile ist er wegen seiner Erkrankungen aber in Frührente und kümmert sich um seinen kleinen Sohn. Seine Frau arbeitet aus dem Home-Office. Das Trio bleibt in Corona-Zeiten unter sich. Stefan fehlt die Nähe zu anderen Menschen sehr.

Impfung bedeutet für Stefan Hoffnung

Eine weitere Abwechslung: In Speyer ist Stefan ehrenamtlich für ein Hilfsprojekt zuständig, leitet eine Anlaufstelle für Obdachlose. Ab und zu macht er mit dem Sohn einen Ausflug, mal an einen See, mal auf den Spielplatz. Aber das alles geht nur, wenn so gut wie kein Betrieb ist. Trifft er dann doch mal auf Mitmenschen, kommt es manchmal zu schwierigen Situationen.

Die möglichen Folgen einer Corona-Erkrankung haben die beiden jetzt bei einem Bekannten in ihrem Alter gesehen, der unter anderem alles wieder lernen muss, auch das Sprechen. Das Corona-Jahr 2020 geht zu Ende, mit hoffnungsvollen Nachrichten, findet Stefan. In Europa beginnen die Impfungen. Auch in Deutschland soll es bald los gehen. Das viele Menschen die Impfung kritisch sehen und sogar ablehnen, kann Stefan nicht verstehen. Für ihn bedeutet Impfung Hoffnung.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 09.12.2020 berichtet.

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