Grenzschild zu Frankreich in Hanweiler (Foto: imago images/Becker&Bredel)

Nach dem Einkauf in Quarantäne?

mit Informationen von Steffi Balle   26.08.2020 | 15:26 Uhr

Die Gegend um Marseille, die Cote d’Azur und der Großraum Paris sind seit Dienstag als Risiko- Gebiete ausgewiesen. Nicht aber ganz Frankreich, demnach auch nicht unsere direkten Nachbarn Grand-Est. Und doch schreibt uns ein Hörer, sein Arbeitgeber gibt als Anweisung raus, er müsse in Quarantäne, wenn er, und sei es nur für einen Einkauf in Forbach, dorthin fährt.

Darf der Arbeitgeber so eine Anordnung treffen?

Ganz klar: Nein! – Weil Grand-Est eben kein Risikogebiet ist. Und selbst wenn es eins wäre: Unter 72 Stunden Aufenthalt, wäre Quarantäne auch nicht notwendig! Das ist die Regelung, die fürs Saarland laut Landesverordnung festgelegt ist und vorläufig bis Ende des Monats gilt. Alle zwei Wochen wird die überprüft und immer mal in Teilen geändert.

Was hat denn der Arbeitnehmer zu befürchten, wenn er trotz dieser Anweisung seines Arbeitgebers kurz über die Grenze fährt?

Der Arbeitnehmer hat nichts zu befürchten! Das hat ein Anwalt für Arbeitsrecht dem SR am Telefon bestätigt. Der Arbeitgeber darf grundsätzlich keinem Arbeitnehmer vorschreiben, was der in seiner Freizeit tun oder lassen darf.

 Und wenn auch Grand-Est Risikogebiet würde?

Dann hätte der Arbeitgeber lediglich auf die geltende Verordnung hingewiesen und wäre im Recht, wenn der Arbeitnehmer sich wissentlich und für längere Zeit in diesem Risikogebiet aufhält, also über die 72 Stunden hinaus. Dann kann der Arbeitgeber auch für die Zeit der Quarantäne das Gehalt einbehalten. Wird der Arbeitnehmer von der Risikoregelung überrascht, dann kann der Arbeitgeber auch keine Absicht unterstellen und muss ganz normal den Lohn weiter zahlen.

Audio

Frankreich: Nach dem Einkauf in Quarantäne?
[SR 3, (c) SR/Steffi Balle, 26.08.2020, Länge: 02:36 Min.]
Frankreich: Nach dem Einkauf in Quarantäne?

Weitere Informationen

RKI stuft Regionen als Corona-Risikogebiete ein
Reisewarnung für Côte d'Azur und Paris
Die Bundesregierung warnt vor Reisen in die französischen Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie Provence-Alpes-Côte d'Azur. Grund dafür sind die steigenden Corona-Neuinfektionen. Beide Gebiete werden vom Robert Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 26.08.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja