YouTuber Rezo (Foto: picture alliance/Privat/dpa)

....und die Moral von der Geschicht!?

mit Informationen von Florian Mayer   25.06.2019 | 08:43 Uhr

Montagabend war es wieder Thema: „Die Zerstörung der CDU“ das mittlerweile über 15 Millionen Mal aufgerufene Youtube-Video des Youtubers Rezo. Es hat die CDU in eine Kommunikationskrise gestürzt, die Führungsspitze im Netz alt aussehen lassen und eine Debatte über den Umgang der Parteien mit der Jugend ausgelöst. Soweit bekannt. Gestern Abend hat sich der Hamburger Politikberater und Social-Media-Experte Martin Fuchs auf Einladung der Union Stiftung in Saarbrücken mit dem Rezo-Video, seinen Folgen und vor allem, was für Lehren man daraus ziehen kann, auseinandergesetzt.

Die Technik hinter dem Internet haben die deutschen Parteien mittlerweile verstanden, die Kultur im Internet aber noch nicht. So verknappt, kann man den Vortrag von Politik- und Social-Media-Experte Martin Fuchs zusammenfassen. Das fange im Falle des Rezo-Videos und der CDU schon beim Titel an. „Zerstörung“ sei im Netz ein fester Begriff, wenn es darum gehe, sich mit einem Thema kritisch auseinanderzusetzen, erklärte Fuchs. Den allermeisten Politikern sei das überhaupt nicht klar.

Hinzu käme, dass Parteien viel zu lange bräuchten, um im Netz zu reagieren. Fuchs plädierte deshalb dafür, dass Parteien ihre Organisation neu denken müssten. Er forderte mehr Parteimitglieder, die ohne das Okay von ganz oben direkt im Netz antworten dürfen und ein besseres Beobachten von Stimmungen in Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. So ließen sich laut Fuchs vermeintliche Phänomene wie das Rezo-Video schon im Vorfeld erahnen und entschärfen.

Audios

"Man hat nicht verstanden, wie Netzkultur funktioniert"
[SR 3, (c) Frank Hofmann, 25.06.2019, Länge: 06:32 Min.]
"Man hat nicht verstanden, wie Netzkultur funktioniert"
Rezo, ist ein junger Mann aus Aachen, der auf die Plattform YouTube Filme von sich hochlädt. Er macht darin Musik, zeigt seine neue Wohnung und vor der Europawahl hat er sich fast eine Stunde lang mit der Politik von CDU/CSU, SPD und AfD beschäftigt. Weil das Video "Die Zerstörung der CDU" heißt und unglaublich oft von Leuten angesehen worden war, hat die CDU reagiert. Und das mehr schlecht als recht sagt Blogger Martin Fuchs. Er war Montagabend in Saarbrücken. SR-Moderator Frank Hofmann hat ihn interviewt.

Rezo-Hype: Was hätte anders laufen müssen
[SR 3, (c) Florian Mayer, 25.06.2019, Länge: 01:24 Min.]
Rezo-Hype: Was hätte anders laufen müssen
Vor fünf Wochen hat der Youtuber Rezo ein Video auf der Online-Plattform veröffentlicht und damit die deutsche Parteienlandschaft ordentlich durcheinander gewirbelt – vor allem die CDU. Die sprach dem 26-Jährigen erst die Glaubwürdigkeit ab, ruderte dann zurück, lud zum Gespräch, um kurz danach die Frage zu stellen, ob man nicht was gegen „Meinungsmache“ im Internet vor Wahlen tun sollte. Das alles kam nicht gut an. Wie man es hätte besser machen können, hat gestern Abend Politik- und Social-Media-Berater Martin Fuchs in Saarbrücken - kurz und knapp. SR-Reporter Florian Mayer erklärt.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 25.06.2019 berichtet.

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