Rehkitz (Foto: dpa)

Die Rehkitzretter von Leitersweiler

Patrick Wiermer   23.06.2020 | 16:30 Uhr

Vielerorts wird seit einigen Wochen schon Heu gemacht. Mit großen Maschinen sind die Bauern auf den Wiesen unterwegs. Eine hoch gefährliche Zeit für Rehkitze. Zum Glück gibt es Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Tiere zu retten.

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Die Rehkitzretter von Leitersweiler
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 23.06.2020, Länge: 03:04 Min.]
Die Rehkitzretter von Leitersweiler

Wenn Rehkitze Gefahr wittern, ergreifen sie nicht die Flucht, sondern drücken sich ganz still und flach auf den Boden. Eine tödliche Strategie, wenn die Gefahr eine große Mähmaschine ist. Die Landwirte haben bei der Heuernte kaum eine Chance, die Jungtiere im hohen Gras zu entdecken.

Drohneneinsatz nicht immer möglich

Vielerorts werden deshalb inzwischen Drohnen eingesetzt, die die Wiesen vor dem Einsatz der Maschinen nach Tieren absuchen. Doch ein Drohneneinsatz ist nicht überall möglich. So zum Beispiel im Natura 2000-Schutzgebiet in Leitersweiler. Doch zum Glück gibt es engagierte Tierschützer wie Birgit Rein, die rund um Leitersweiler Rehkitzrettungen organisiert.

Die Bauern müssen mitspielen

Von Anfang Mai bis etwas Anfang Juli ist Birgit Rein zusammen mit weiteren ehrenamtlichen Helfern unermüdlich im Einsatz. Sobald sie von einem Landwirt erfährt, dass eine Wiese gemäht werden soll, trommelt sie die Helfer zusammen. Einen Tag Vorlauf brauche sie aber dazu, sagt Rein. Es gebe einige Landwirte, die fühlten sich dadurch in ihrer Entscheidungsfreiheit beschnitten, mal kurzfristig zu entscheiden, eine Wiese zu mähen. Doch es würden immer, die Verständis für das Problem hätten.

Zu Fuß und mit Kennerblick

Wenn ein Mäheinsatz angekündigt ist, gehen die Leitersweiler Rehkitzretter in einer Reihe die Wiese ab - ganz systematisch, mit Schnüren als Orientierungshilfen. Zur Unterstützung gibt es ein Gerät, das mittels Sensoren Körperwärme erfassen kann. Und dann gibt es auch noch den Kennerblick. Rehe hinterlassen nämlich im Gras Spuren.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.06.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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