Vermüllte Container in Dudweiler (Foto: SR/Markus Person)

Mit der Rattenbekämpfung allein ist es nicht getan

Markus Person   30.08.2021 | 12:40 Uhr

Es gleicht einem Kampf gegen Windmühlen. In Dudweiler kommt es an einem Containerplatz immer wieder zu illegalen Müllablagen. Und das hat für eine regelrechte Rattenplage gesorgt. Selbst tagsüber tummeln sie sich dort. "Die Ratten, die laufen uns über die Füße“, klagt ein Anwohner. Mit Schädlingsbekämpfung und verschärften Kontrollen wird nun versucht, die (P)Lage in den Griff zu bekommen.

Ein großer Karton mit Müll steht neben dem Altglascontainer, davor liegen mehrere Säcke mit Bauschutt und Lebensmittelresten: Melonenschalen, Kaffee, Currywurstreste.

"Die Ratten haben einen servierten Tisch"

„Das ist der Anblick, den wir jeden Tag hier haben, und die Ratten haben einen servierten Tisch vor sich“, sagt Jürgen aus Dudweiler. Er wohnt ganz in der Nähe des Containerstellplatzes in der Fischbachstraße gegenüber der Feuerwehr. Und er hat wenig Hoffnung, dass sich das an der Situation etwas ändern wird. Hier werde immer wieder Müll abgeladen, sagt er.

Dudweiler: Mit Rattenbekämpfung allein ist es nicht getan
Audio [SR 3, Markus Person, 30.08.2021, Länge: 03:08 Min.]
Dudweiler: Mit Rattenbekämpfung allein ist es nicht getan

Mittlerweile traut er sich nicht mehr in den eigenen Hof, denn im Gebüsch zwischen Containern und seinem Grundstück hat sich eine unüberschaubare Zahl Ratten eingenistet. Die Ratten sitzen direkt unter dem Container. Nager aller Größen flitzen zwischen Essensresten und Gebüsch hin und her. "Die Ratten laufen uns dort über die Füße,“ sagt Jürgen.

Für die Ratten entscheidend: Unterschlupf und Nahrung

Das Aufkommen von Ratten habe immer was mit Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrungsangebot zu tun, sagt Dietmar Schneider, Schädlingsbekämpfer beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb ZKE. Es handele sich hier hauptsächlich um Wanderratten. Sie wanderten zu, wenn es gute Möglichkeiten für den Unterschlupf und ein passendes Nahrungsangebot gebe. Fallen diese beiden Faktoren weg, "dann verschwinden auch diese Ratten“, sagt er.

Ratte in der Nähe der vermüllten Container in Dudweiler (Foto: SR/Markus Person)

Um der aktuellen Plage Herr zu werden, haben die ZKE-Schädlingsbekämpfer inzwischen mehrere Köderstationen aufgestellt. Da eine Dauerbeköderung gesetzlich verboten sei, gehe es jetzt vor allem um Schnelligkeit, sagt Dietmar Schneider. Er müsse nun versuchen, diese Ratten-Population so schnell wie möglich in den Griff bekommen - das heißt: sie zu 100 Prozent dezimieren. Dann dauere es wieder eine gewisse Zeit, bis sie wieder zuwandern - wenn das Nahrungsangebot weiterhin bestehen bleibe.

Containervermüllung - die Kosten tragen alle

Viermal wöchentlich befreit der ZKE derzeit den Dudweiler Containerplatz von den illegalen Müllablagerungen - und das kostet. Und illegale Müllentsorgung gibt es nicht nur an diesem Saarbrücker Containerstandort. „Das sind sehr hohe Kosten, die in Saarbrücken für illegalen Müll oder illegale Ablagerungen entstehen", sagt ZKE-Sprecherin Judith Pirrot. Und die müssten schlussendlich von allen Saarbrückerinnen und Saarbrückern getragen werden.

Wer beim illegalen Müllabladen erwischt wird, muss, je nach Müll, mit Strafen von mehreren hundert Euro rechnen. Doch hier liegt das Problem: Viele Müllsünder werden nicht erwischt. Um das zu ändern, will der ZKE in den kommenden Wochen seine Kontrollen intensivieren, um mögliche Müllsünder in flagranti zu erwischen. Aber auch die Untersuchung des Mülls, um so Hinweise auf die Verursacher zu finden, gehöre dazu, sagt Pirrot.

Ob die ZKE-Mülldetektive erfolgreich sein werden, wird sich zeigen. Anwohner Jürgen ist skeptisch. Für ihn ist nur mit einem Umstellen der Container an einen anderen Standort das Problem in den Griff zu bekommen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" m 26.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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