Treppenaufgang der Berliner Promenade in Saarbrücken (Foto: SR)

Tödlicher Streit am Saar-Ufer vor Gericht

Florian Mayer   17.10.2018 | 19:15 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht hat am Mittwoch der Prozess um den tödlichen Streit am Saar-Ufer begonnen. Ein 18-Jähriger soll dabei einen 16-Jährigen zunächst bewusst geschlagen und dann in die Saar geworfen haben.

Montag, 23. April 2018, 14 Uhr. Auf der rechten Saaruferseite in Saarbrücken trifft der 16-jährige Aftab H. zusammen mit einem Freund auf den 18-jährigen Nicola G. und dessen vier Kumpels. Die zwei Gruppen kommen ins Gespräch. H.s Freund will Haschisch von der fünfköpfigen Gruppe kaufen.

"Als es um die Bezahlung ging, gab es Streit und eine Schlägerei. Der 18-Jährige hatte den 16-Jährigen dabei massiv am Kopf getroffen", beschreibt Polizei-Sprecher Georg Himbert am Tag nach der Tat den weiteren Ablauf. Nachdem G. den 16-Jährigen bewusstlos geschlagen hatte, war die Sache allerdings noch nicht vorbei. "Als der 16-Jährige dann am Boden lag, wurde er offensichtlich ergriffen und in die Saar geworfen."

H. ertrinkt in der Saar

Nach Angaben seiner Freunde konnte der 16-jährige H. nicht schwimmen. 30 Minuten nachdem die ersten Meldungen über eine Person in der Saar bei den Hilfskräften eingingen, gelang es Rettungstauchern H. aus der Saar zu ziehen. Der Junge konnte noch reanimiert werden, starb dann aber später im Krankenhaus. Er war in der Saar ertrunken, so das Ergebnis der Obduktion.

Der 18-jährige mutmaßliche Täter konnte noch an Ort und Stelle von Passanten festgehalten und von der Polizei verhaftet werden. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl, Nicola G. kam in Untersuchungshaft.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet Totschlag. Zehn Zeugen sind geladen. Drei Verhandlungstage bisher angesetzt. Am Ende könnte eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren stehen.

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