Landgericht Saarbrücken (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Prozess um Bischmischheimer Familiendrama hat begonnen

Thomas Gerber   07.11.2018 | 14:05 Uhr

Im Mai hatte ein 40 Jahre alter Mechatroniker in Bischmisheim seine Ehefrau im Schlaf erschlagen - mit einer Axt. Die fünf Kinder des Paares hatten sich zur Tatzeit, am frühen Morgen gegen 5.25 Uhr, ebenfalls in dem Haus aufgehalten, aber sie hatten geschlafen und von der Tat nichts mitbekommen. Am Mittwoch hat vor dem Landgericht der Mordprozess gegen den 40 Jährigen begonnen.

Nach der Tat hatte sich Christian R. der Polizei gestellt und auch heute legte er ein Geständnis ab. Seit Wochen habe es Eheprobleme gegeben, da sich Nicole in ihren Fahrlehrer verliebt habe. Es habe zig Aussprachen und Streitereien gegeben. Während Christian R. die einzelnen Stationen dieser Ehekrise ebenso detailreich schildern konnte wie die letzten Stunden vor der Tat, den eigentlichen Axthieb will der 40 Jährige wie in einem Film erlebt haben.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

"Zentral ist die Frage nach der Schuldfähigkeit"
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"Zentral ist die Frage nach der Schuldfähigkeit"
SR-Reporter Thomas Gerber war beim Prozessauftakt dabei. Er spricht darüber mit SR-Moderatorin Nadine Thielen.

In jener Nacht habe er sich neben seine Frau ins Bett gelegt, sie kurz umarmt. Dann sei er eingeschlafen. Ein Alptraum - Nicole sei ihm als Dämon erschienen. Irgendwie habe er zur Axt gegriffen und auf seine schlafende Frau eingeschlagen. Dies offenbar mit ungeheurer Wucht – die Anklage spricht von einer „nahezu vollständigen Enthauptung“. Christian R. ist seit Jahrzehnten in psychiatrischer Behandlung, nahm zuletzt starke Psychopharmaka ein. Die Staatsanwaltschaft geht von heimtückischem Mord aus Eifersucht aus. Ob der 40-Jährige schuldfähig ist oder ob er in die Forensik kommt, muss ein Gutachter klären.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau am 07.11.18 berichtet.

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