Ein alter Baum im Wald (Foto: TZS)

„Öko-Wald“-Projekt für die Artenvielfalt

Patrick Wiermer   11.04.2019 | 16:50 Uhr

Die meisten nutzen den Wald für den Spaziergang oder zum Joggen. Der Wald ist aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Holz wird stark nachgefragt. Doch was ist mit den Tieren, die mit, von und auf den Bäumen leben? In Brotdorf will man nun mit einem Projekt die besonders wertvollen alten Bäume und damit auch die Artenvielfalt stärker schützen.

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Das Projekt „Öko-Wald“ in Brotdorf
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 11.04.2019, Länge: 02:59 Min.]
Das Projekt „Öko-Wald“ in Brotdorf

Das Jungenwäldchen in Brotdorf. Der Besitzerin des Waldes gehe es nicht in erster Linie um den Holzertrag. „Sie will einen gesunden, ökologisch intakten Wald an ihre Nachkommen übergeben“, sagt Klaus Borger, Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft.

Im Jungenwäldchen ist für die Besucher alles erlaubt – natürlich im Einklang mit der Natur. So steht es auf einer Tafel am Eingang. In dem Wald gibt es etwa 250 ältere Bäume, zum Teil sind sie schon 150 Jahre alt. Und sie dürfen weiterwachsen. Sie werden nicht gefällt und wenn sie irgendwann absterben, sollen sie auch im Wald verrotten.

Die Bäume sind Teil des Projekts „Öko-Wald“ des Umweltministeriums.  Sie sind ein wichtiger Lebensraum für Vögel, für Insekten und auch Pilze. Und tatsächlich sind schon jetzt im Jungenwäldchen Tiere zu finden, die es anderswo schwer haben. Schwarzspechte, ein Rotmilan, die Hohltauben, Wildkatzen.

Ministerium gibt Geld für den Erhalt alter Bäume

Von dem Projekt „Öko-Wald“ verspricht sich das Umweltministerium, dass die Artenvielfalt in den Wäldern wieder zunimmt. Das Projekt richtet sich vor allem an die Privatwaldbesitzer, die immerhin 30 Prozent des saarländischen Waldes bewirtschaften. Sie sollen ihre alten Bäume verschonen und erhalten dafür einen Zuschuss vom Land. Insgesamt stehen dem Ministerium 300.000 Euro zur Verfügung. Pro Baum werden 174 Euro gezahlt. Dafür muss er mindestens 50 Jahre lang verschont werden. 

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Nachmittag am 11.04.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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