Pferd mit Reiter beim Springen über eine Hürde (Foto: imago/ZUMA Press)

Pferdesport in der Diskussion

Carmen Bachmann / Renate Wanninger   09.08.2021 | 11:00 Uhr

Nach dem Skandal beim Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen ist Pferdesport wieder ein Thema in der Öffentlichkeit. Ein Pro und Contra zum Pferdesport.

Die olympischen Spiele in Tokio sind vorbei und es gab viel Grund zum Jubeln für die deutschen Athleten und Athletinnen - auch im Pferdesport. So gab es im Dressur-Reiten zweimal Gold und Gold in der Vielseitigeit . Es gab aber auch einen Skandal - und zwar beim Modernen Fünfkampf. Bundestrainerin Kim Raisner wurde von den olympischen Spielen ausgeschlossen - wegen des Vorwurfs der Tierquälerei. Fünfkämpferin Annika Schleu war auf Goldkurs - bis ihr zugelostes Pferd beim Springreiten verweigerte. Mit den Worten "Hau mal richtig drauf! Hau drauf!" hatte Raisner Schleu zum Einsatz der Gerte aufgerufen und hat das Pferd auch mit der Faus geschlagen.

Der Fall hat die Gemüter sehr erhitzt und die Diskussion über Pferdesport wieder in den öffentlichen Fokus gerückt. Dazu zwei Meinungen:

Pferdesport - ein Pro

Ein Pro für den Pferdesport
Audio [SR 3, Carmen Bachmann, 09.08.2021, Länge: 01:56 Min.]
Ein Pro für den Pferdesport

Die Basis beim Pferdesport sei das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier, sagt SR-Reporterin Carmen Bachmann. Reiter und Pferd agierten gemeinsam - als Spitzensportler. Und das verlange von beiden, immer mal wieder über die eigenen Leistungsgrenzen hinaus zu gehen. Und prinzipiell gelte: "Die besten körperlichen Voraussetzungen nützen nichts, wenn das Pferd nicht mitmacht."

Pferdesport - ein Contra

Ein Contra für den Pferdesport
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 09.08.2021, Länge: 01:36 Min.]
Ein Contra für den Pferdesport

Ein Pferd zu schlagen, weil es ein Hindernis verweigert - völlig indiskutabel, auch wenn es ein zugeteiltes Pferd ist, sagt SR-Reporterin Renate Wanninger. Und allein schon an dieser Zuteilpraxis sei zu erkennen, dass die Tiere nur als Sportgeräte angesehen würden und nicht als Wesen, die eigene Gefühle, eigene Ängste und einen eigenen Willen haben. Den Kopf beugen bis zum Brustkorb, freiwillig über ein Hindernis springen oder seitswärts mit gekreuzten Beinen laufen - nichts davon würde das Fluchttier Pferd von sich aus tun. Sportliche Wettkämpfe auszutragen sollte der Mensch mit sich ausmachen und nicht ein anderes Wesen dazu zwingen, so Wanninger.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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