Weiße und blaue Hemden mit dem saarländischen Polizeiwappen (Foto: dpa)

Junge Polizisten wollen Kurzarmhemden

Steffani Balle   26.06.2019 | 07:02 Uhr

Junge Polizisten in der Polizeigewerkschaft des Saarlandes fordern eine Lockerung der Kleiderordnung im Dienst. Anlass ist laut Polizeigewerkschaft die Tatsache, dass am Unterarm tätowierte Polizeianwärter keine Kurzarmhemden ausgehändigt bekommen haben.

Selbst das kleinste Tattoo soll nach Vorschrift nicht zu sehen sein. Ein Abkleben sei den Betroffenen ebenfalls verboten worden, so der stellvertretende Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Markus Sehm im SR-Interview. Und das bei bis zu 40 Grad Hitze, das sei gesundheitsgefährdend. Diese strikte Auslegung der Dienstvorschrift sei kontraproduktiv für die Anwerbung neuer Interessenten für den Polizeidienst. Tätowierungen seien mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und sagten nichts über den Charakter aus.

Berlin hat Regeln bereits gelockert

Wenn die Polizei mehr junge Leute für eine Ausbildung gewinnen will, müsse sie die veraltete Kleiderordnung modernisieren, so die Forderung der jungen Polizisten. Erst kürzlich hätte Bayern in einem Urteil die Langarm-Vorschrift bei Tätowierungen am Unterarm bestätigt. Berlin dagegen habe diese Vorschrift aufgehoben und erlaubt bei Hitze kurze Ärmel, auch wenn dadurch ein Tattoo zu sehen ist. Weiterhin überall strikt verboten sind Tattoos im Kopfbereich und das Tragen kurzer Hosen im Dienst.

Audio

Langarmhemden: "Verstoß gegen Fürsorgepflicht"
[SR 3, (c) Frank Hofmann, 26.06.2019, Länge: 01:57 Min.]
Langarmhemden: "Verstoß gegen Fürsorgepflicht"
SR-Moderator hat mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der saarländischen Polizeigewerkschaft, Markus Sehn, gesprochen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau am 26.06.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen