Radio-Kappensitzung 2019 - Büttenrede Kerstin Winter und Stefan Schorr (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)

Es war schonmal politischer

mit Informationen von Carolin Dylla   27.02.2019 | 12:31 Uhr

Die Faasend – ursprünglich war die weit mehr als Trompeten, Gardetanz und Konfetti. Sie hatte eine entschieden politische Funktion. Im Mittelalter wurde der Klerus aufs Korn genommen – und während des Vormärz in der Mitte des 19. Jahrhunderts die politische Obrigkeit durch den Kakao gezogen. Und heute? Wie steht es mit den politischen Themen auf der Faasend 2019?

Einmal trocken durchwischen in Berlin und dabei die etwas angestaubten Erinnerungen an das Koalitions-Tauziehen nach den letzten Bundestagswahlen noch einmal hochwirbeln: als "Putzfrau Gretel" steht die CDU-Bundeschefin und ehemalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer für die politische Seite der Faasend. Davon könnte es generell ruhig mehr geben, findet der Präsident des Verbands Saarländischer Karnevalsvereine, Hans-Werner Strauß: "Der Karneval hat ja immer die Aufgabe gehabt, die Politik zu persiflieren. Es gäbe immer weniger Büttenredner, die politische Themen aufgreifen.

Allerdings seien solche Reden immer weniger gefragt, sagt Redenschreiber Stefan Schorr. Dementsprechend sei auch die Faasend insgesamt unpolitischer geworden. Kerstin Winter, die gemeinsam mit ihrem Mann Stefan Schorr Reden schreibt, glaubt aber, dass eine gute Rede die Menschen auf politische Themen aufmerksam machen kann.

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Politische Themen in der Faasend 2019?
Politische Themen in der Faasend 2019?
SR-Reporterin Carolin Dylla hat mit Büttenrednern im Saarland gesprochen – die eins feststellen: die Faasend war schonmal politischer.

Über dieses Thema wurde auch auf SR 3 in der "Region am Mittag" am 27.02.19 berichtet.

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