Der Faasendumzug 2016 in Dillingen (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Fastnachts-Kostüme sind nicht immer harmlos

Simin Sadeghi / Onlinefassung: Lisa Huth   20.02.2019 | 07:14 Uhr

Die Fassend im Saarland läuft auf Hochtouren. Und wer jetzt noch kein Kostüm hat, der muss sich ranhalten, am 28. Februar geht der Straßenkarneval los.

Doch Vorsicht beim Griff in die Kostümkiste, so manche Verkleidung kann von anderen als Beleidung empfunden werden. Dazu gehört etwa das sogenannte "Blackfacing", sich als Mensch mit schwarzer Hautfarbe zu verkleiden.

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Außerirdische gehen eigentlich immer (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 20.02.2019, Länge: 03:57 Min.]
Außerirdische gehen eigentlich immer (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

In den USA und auch den Niederlanden ist das schon seit Jahren ein großes Thema. Auch der französische Nationalspieler Griezmann hat sich vor gut einem Jahr öffentlich dafür entschuldigt, auf einer Party mit Afroperücke und schwarzer Farbe im Gesicht erschienen zu sein.

Spaß - aber keine Klischees

Vorsicht bei der Kostümauswahl
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Vorsicht bei der Kostümauswahl

Aber was genau ist das Problem am Blackfacing? Ist doch alle nur Spaß oder eben nicht? Rot geschminkte Lippen, schwarz angemaltes Gesicht, krause Afro-Perücke mit Knochen darin - das hat eine lange verletzende Geschichte für Afrikaner. Nicht nur, dass es ein Klischee ist, vor allem in Amerika haben viele Weiße sich schwarz angemalt, um Schwarze als Witzfigur darzustellen.

Karin Meißner vom Antidiskriminierungskomitee Saar sagt, viele Faasebozen seien sich gar nicht bewusst, dass sie rassistische Kostüme gewählt hätten. Jeder solle sich überlegen, was er eigentlich aussagen wolle. Es müsse ja nicht immer der Griff in die Klischeekiste sein.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 20.02.2019 berichtet.

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