Autos stehen in Stau. (Foto: SR)

"Die Zukunft der Mobilität"

Steffani Balle   04.06.2019 | 12:15 Uhr

Der Verkehr wälzt sich über die Stadtautobahn, Staus sind an der Tagesordnung – Busse aus dem Umland fahren viel zu selten. Und das Fahrrad wird zwar immer beliebter, die Radspuren lassen vielerorts aber sehr zu wünschen übrig. Am 3. Juni wurde das Thema "Mobilität" bei einer Podiumsdiskussion der Stiftung Demokratie in Saarbrücken von allen Seiten beleuchtet. SR-Reporterin Steffani Balle war vor Ort.

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"Die Zukunft der Mobilität im Saarland"
Audio [SR 3, Steffani Balle, 04.06.2019, Länge: 03:05 Min.]
"Die Zukunft der Mobilität im Saarland"
Der Verkehr wälzt sich über die Stadtautobahn, Staus sind an der Tagesordnung. – Busse aus dem Umland fahren viel zu selten. Und das Fahrrad wird zwar immer beliebter, die Radspuren lassen vielerorts aber sehr zu wünschen übrig. Am 3. Juni wurde das Thema "Mobilität" bei einer Podiumsdiskussion in Saarbrücken von allen Seiten beleuchtet. SR-Reporterin Steffani Balle war vor Ort.

Heiner Monheim, Verkehrsexperte und Stadtplaner, ist ein Freund klarer Worte: Er fordert Fahrrad-Straßen, auf denen Autos zwar geduldet, aber nachgeordnete Verkehrsteilnehmer sind, ein gutes Netz an Bussen und Bahnen, die Reaktivierung alter Eisenbahnschienen und die Förderung des Radverkehrs.

Das große Thema: Umverteilung von Verkehrflächen

Warum die Saarbrücker immer noch die Autobahn mitten durch die Stadt haben, warum die Fußgängerzone zwei Mal durch viel befahrene Straßen unterbrochen ist, und warum das mit der Anbindung der Busse aus dem Umland in die Stadt nicht so richtig funktioniert, dafür hat er eine Erklärung: "Wir haben große Umsetzungsdefizite, weil wir uns gegenseitig blockieren (...) und weil es uns bisher nicht gelingt, das große Thema, die Umverteilung von Verkehrflächen für schönere Städte und besser funktionierenden Verkehr wirklich anzugehen."

Dabei wäre es für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung seiner Erfahrung nach das Wichtigste, an einem Strang zu ziehen und das große Ganze im Auge zu haben. Und dann einfach mal umdenken, auch beim Geldverteilen: Derzeit würden 80 Prozent aller Verkehrs- Investitionen für Autos ausgegeben, nur 20 Prozent für Schiene, Bus und Radwege, so Monheim.

Die Zukunft der Mobilität
Audio [SR 3, (c) SR Steffani Balle , 05.06.2019, Länge: 03:44 Min.]
Die Zukunft der Mobilität
Wie kommen wir künftig von A nach B, ohne schlechtes Gewissen, weil wir die Luft mit unseren Abgasen verpesten und trotzdem schnell und pünktlich? Darüber haben sich Experten diese Woche bei einem Diskussionsforum in Saarbrücken ausgetauscht.

Gleichbehandlung statt Autofixierung

"Diese Fixierung auf das Auto muss einfach aufhören", sagt dazu auch Fahrrad-Aktivist Harald Kreutzer. Alle Verkehrsmittel sollten bei der Verteilung der Gelder gleich behandelt werden. Amsterdam macht’s vor: Dort haben Radfahrer Vorfahrt auf breiten Radwegen und man kann an jeder Ecke sein Rad an einer Radstation gegen Gebühr einstellen.

Der Nutzen der Verkehrswende

Positive Beispiele für funktionierenden Nahverkehr gibt’s auch in Deutschland: So hat zum Beispiel die Stadt Euskirchen durch ein neues Buslinien-Netz die Fahrgastzahl von einstmals 100.000 auf sechs Millionen im Jahr steigern können, berichtet Monheim. Er ist fest davon überzeugt, dass eine Verkehrswende weg vom Auto nur Vorteile bringt. Es werde der Wirtschaft helfen, da die Menschen dann mehr Geld für andere Dinge hätten und es werde dem Klima und der Umwelt helfen.

Der Umstieg auf Bus, Bahn und Fahrradsattel wird im Saarland zwar gewünscht, der Weg dahin aber ist mit Widerständen und Geldmangel gepflastert.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 04.06.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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