Straßenschild "Delphine-Motte-Platz" in Saarlouis (Foto: SR)

In Saarlouis werden Plätze nach Frauen benannt

mit Informationen von Kerstin Gallmeyer   17.06.2022 | 12:15 Uhr

Goethe, Konrad-Adenauer, Beethoven - Straßen und Plätze in Deutschland sind meist nach Männern benannt. Das ist historisch bedingt - aber muss ja nicht zwangsläufig so bleiben. Das haben sich auch engagierte Frauen in der Stadt Saarlouis gedacht und sich dafür eingesetzt, dass vier Plätze in der Innenstadt die Namen von Frauen tragen. Am 18. Juni werden die Plätze offiziell eingeweiht.

Margarete Bardo, Delphine Motte, die Borromäerinnen und Lisa Stromszky-Stockhausen - vier Plätze in der Saarlouiser Innenstadt tragen schon seit dem Frühjahr vergangenen Jahres die Namen von Frauen. Offizielle Einweihung ist nun am 18. Juni.

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In Saarlouis werden Plätze nach Frauen benannt
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer, 17.06.2022, Länge: 03:02 Min.]
In Saarlouis werden Plätze nach Frauen benannt

Aufwendige Recherche

Dass Straßen mit Frauennamen benannt werden, dafür hatten sich die Frauenbeauftragte und der Frauenbeirat der Stadt Saarlouis eingesetzt. Ein Stadtratsbeschluss hat es dann möglich gemacht.

Der Frauenhistorische Arbeitskreis hat sich dann um die möglichen Kandidatinnen gekümmert. Man habe dazu recherchiert, Saarlouiser Frauen ausfindig gemacht und ihre Biografien zusammengetragen, so Hella Arweiler, die Sprecherin des Arbeitskreises.

Frauen-Vorbilder

Vorbedingung für die Auswahl war: Die Frauen sollten aus Saarlouis stammen und sich gesellschaftlich in besonderer Weise engagiert haben.

Die Wahl fiel dann unter anderem auf Margarete Bardo - die auch über die Grenzen von Saarlouis hinaus bekannt ist. "Margarete Bardot war eine Aktivistin für die Gleichberechtigung, eine Vorkämpferin der Ehe für alle und war Unternehmerin", so Arweiler. Außerdem habe Bardo in Saarlouis das Gasthaus Lothringer Hof zehn Jahre lang geführt, bevor sie 19616 in Saarbrücken das Lokal Madame für die nächsten 30 Jahre übernahm.

Die anderen Frauen kämpften gegen Armut wie Delphine Motte und die Borromäerinen oder für die Völkerverständigung und den europäischen Gedanken wie Lisa Stromszky-Stockhausen. Für die damalige Zeit seien sie Vorbilder und ihr Wirken nicht selbstverständlich gewesen, sagt Arweiler.

Um die Frauen noch bekannter zu machen, sollen in absehbarer Zeit Tafeln mit Hinweisen und Informationen aufgestellt werden.

Weitere Projekte geplant

Und bei den vier Plätzen soll es nicht bleiben. Hella Arweiler und die ihre Kolleginnen aus dem Frauenhistorischen Arbeitskreis wollen sich dafür einsetzen, dass in Zukunft auch weitere Straßen und Plätze in Saarlouis nach Frauen benannt werden.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 17.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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