Straßen sind auch in Pennsylvanisch-Deutsch ausgeschildert. (Foto: Cinewa Filmproduktion)

„Hiwwe wie driwwe“: Pfälzisch in den USA

Mit Informationen von Susanne Wachs   17.04.2019 | 12:37 Uhr

In Pennsylvania leben ungefähr 400.000 Menschen, die noch pfälzisch sprechen. Zwei Pfälzer Filmemacher, Benjamin Wagener und Christian Schega, haben sich auf Spurensuche gemacht und aus den Recherchen ist ein Film geworden „Hiwwe wie driwwe“ ist an Ostersonntag im camera zwo in Saarbrücken zu sehen.

Die ersten Auswanderer kamen 1683 aus der Pfalz nach Pennsylvania – und nahmen ihre Sprache dorthin mit. Die wird heute immer noch gesprochen. In dem Dokumentarfilm erfährt man viel über die Sprache und Kultur dieser Menschen. Der Hauptdarsteller, Doug Madenford, ist ein Pennsylvanisch-Deutscher, der sich sehr für den Erhalt der Sprache einsetzt. Um ihn herum sei der Film aufgebaut, erzählt Christian Schega. „Wir begleiten Douglas Madenford in der ersten Hälfte des Films einmal durch die USA und schauen, was von der Sprache und der Kultur der Pfälzer Einwanderer in Amerika noch übrig ist. Dann sind wir in der zweiten Hälfte des Films auch in der Pfalz, um zu schauen, wo das herkommt und wie unterschiedlich sich das alles entwickelt hat, einfach zu schauen, wie ist es hiwwe und driwwe.“

„Hiwwe wie driwwe“: Film über Pennsylvania-Deutsche
Audio [SR 3, Wachs, Susanne, 17.04.2019, Länge: 02:54 Min.]
„Hiwwe wie driwwe“: Film über Pennsylvania-Deutsche

Unterschiedliche Entwicklung

Über die Jahrhunderte hat sich das Deutsche in Amerika mit dem Englischen vermischt, wie Benjamin Wagener erzählt. „Bei uns in der Pfalz kamen französische Begriffe hinzu. Das kennen die dort gar nicht, ‚allahopp‘ zum Beispiel. Damit können die nichts anfangen, weil sie schon weg waren, als Napoleon in die Pfalz kam. Interessanterweise mussten sie sich dann aber damals auch teilweise neue Begriffe einfallen lassen, zum Beispiel für technische Geräte. Den Fernseher gab es damals noch nicht. Als er dann erfunden wurde, gab es keinen Begriff dafür. Deswegen nennen sie dort den Fernseher jetzt Guggbox.“

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR 3 vom 17.04.2019 berichtet.

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