Paviane im Neunkircher Zoo (Foto: SR Fernsehen)

Neunkircher Paviane reisen nach China

  10.05.2019 | 16:30 Uhr

Nach der Debatte um die Haltung seiner Menschenaffen hat der Neunkircher Zoo entschieden, 30 der Mantelpaviane nach China abzugeben. Die amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung hat der Zoo nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ bereits erhalten. Der Transport soll in diesen Tagen erfolgen.

Der Göttinger Primaten-Forscher Franz-Josef Kaup hatte 2018 in einem Gutachten angeregt, die Population von 104 Affen zu verkleinern. Tierschützer und auch der saarländische Landestierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik hatten zuvor die „Überbevölkerung“ im Gehege kritisiert.

Video [aktueller bericht, 13.05.2019, Länge: 3:06 Min.]
Anstehender Pavian-Transport sorgt für Ärger

Paviane reisen nach China
Audio [SR 3, Dorothee Scharner, 10.05.2019, Länge: 03:30 Min.]
Paviane reisen nach China

Im SR3-Interview begrüßte Willimzik die Entscheidung des Zoos. „Alle Fachleute ausschließlich des Zoodirektors waren sich darüber einig, dass die Population verringert werden muss.“ Die Möglichkeit, die Tiere andernorts unterzubringen, sei schwierig. Da biete sich China an.

Nach Angaben des Umweltministeriums wird die rund 9000 Kilometer weite Reise der Paviane von einem zugelassenen Transportunternehmen aus den Niederlanden organisiert und durchgeführt. Wohin genau die Paviane gebracht werden, ist nicht bekannt. Tierschützer kritisieren das Vorhaben als intransparent. Colin Goldner von der Tierschutzgruppe Great Ape Projekt sagte der „Saarbrücker Zeitung“, kein Zoo in China entspreche den europäischen Bestimmungen für Wildtierhaltung. Viele der dortigen Zoos seien reine „Amusement Shows“, in denen die Tiere vorgeführt würden. Auch der Landestierschutzbeauftragte Willimzig kritisierte im SR3-Interview die fehlende Transparenz des Neunkircher Zoos. Außerdem sei auch die Zahl von 74 verbleibenden Tieren noch zu hoch. Sie müsse auf 30 bis 40 Tiere gesenkt werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 10.05.2019 berichtet.

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