Die Hände einer Frau während eines Gespräches (Foto: picture alliance / Matthias Balk/dpa)

Eine Selbsthilfegruppe für junge Parkinson-Betroffene

Simin Sadeghi   07.01.2020 | 12:30 Uhr

Zitternde Hände, motorische Störungen: In Deutschland sind derzeit 200.000 bis 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Nur ein kleiner Teil davon ist unter 60. Aber es gibt auch immer mehr junge Menschen, die an Parkinson erkranken. In Saarbrücken hat sich nun eine Selbsthilfegruppe gegründet: Regionalgruppe Saarbrücken im Bundesverband Parkinson Youngster e. V. Am 7. Januar gab es ein erstes Kennenlernen.

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Parkinson kann auch Jüngere treffen
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 07.01.2020, Länge: 03:09 Min.]
Parkinson kann auch Jüngere treffen

Heike ist 45, kurze blonde Haare, ein strahlendes Lächeln. Vor acht Jahren hat sie die Diagnose Parkinson bekommen. Sie geht am Stock, man merkt ihr die Anstrengung an. Die Diagnose sei für sie ein Riesenschock gewesen und sie komme damit bis heute nicht zurecht, sagt sie. "Ich will mehr als ich kann. Ich fühle mich, also hätte ich ein Haus gebaut und bin doch nur dreimal hin und her gelaufen." Und dies sei der Alltag.

Austausch macht Mut

In der Selbsthilfegruppe für junge Menschen mit Parkinson hofft sie, Verständnis zu finden und neue Tipps. Und genau darum soll es bei Parkinson Youngster e.V. auch gehen: Um den Austausch zwischen jungen Parkinsonpatienten, sagt Hartmut Raßbach, Regionalgruppenleiter Parkinson Youngster e. V. für Saar-Pfalz.

Kontakt
Regionalgruppe Saarbrücken im Bundesverband Parkinson Youngster e. V.
hartmut@parkinson-youngster.de

Jeden zweiten Samstag und jeden vierten Donnerstag im Monat finden die Treffen in der Futterstraße in Saarbrücken statt. Abends, damit auch Berufstätige kommen können. Auch in Saarlouis hat Raßbach schon eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, die sich ebenfalls zweimal im Monat trifft.

Video [aktueller bericht, 07.01.2020, Länge: 3:59 Min.]
Selbsthilfegruppe für Parkinson-Erkrankte

Begleitet werden die Treffen von Zeit zu Zeit auch von Ärzten, die Tipps geben, wie man mit der Krankheit leben kann. Beim Kennlerntreffen der Saarbrücker Gruppe ist der St. Wendeler Neurologe Dr. Robert Liszka dabei. Das Thema Parkinson betreffe viele junge Menschen. Der jüngste bekannte Fall sei ein kleines Kind von zwei Jahren.

Die ersten Anzeichen der Erkrankung

Parkinson "ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung", sagt Dr. Liszka. Vor der motorischen Phase mit dem Zittern könne es eine Phase mit verschiedenen Symptomen geben, die man nicht unbedingt direkt mit Parkinson in Verbindung bringen würde: Riechstörungen, Farbsehstörungen und Rem-Schlaf-Verhaltensstörung, das heißt "man hat sehr aggressive Träume, schlägt im Schlaf um sich und erinnert sich auch an diese Träume."

Der Neurologe macht aber auch Mut. "Parkinson ist eine sehr gut behandelbare Erkrankung." Wichtig sei, dass man früh mit der Behandlung beginne.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 07.01.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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