Mesut Özil sitzt auf dem Rasen (Foto: dpa)

Interview: "Gerade weil er so gut integriert ist, fühlt er sich besonders angegriffen"

Frank Hofmann / Haci-Halil Uslucan   24.07.2018 | 09:06 Uhr

Der Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft hat für Diskussionen gesorgt. Die einen haben gar kein Verständnis für seine Erklärung, warum er zurück getreten ist, die anderen können sie ein bisschen nachvollziehen. Özil hat unter anderem von Rassismus gesprochen, und davon, dass der DFB nicht hinter ihm gestanden habe.

Professor Haci-Halil Uslucan von der Stiftung "Zentrum für Türkeistudien und Integration" an der Uni Duisburg-Essen spricht in einer gerade veröffentlichten Studie vom "Integrationsparadoxon". SR 3-Moderator Frank Hofmann hat ihn gebeten, das anhand des Falls Özils zu erklären.

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Interview: "Gerade weil er so gut integriert ist, fühlt er sich besonders angegriffen"
Audio [SR 3, Frank Hofmann / Haci-Halil Uslucan, 24.07.2018, Länge: 03:10 Min.]
Interview: "Gerade weil er so gut integriert ist, fühlt er sich besonders angegriffen"

Professor Uslucan hat heraus gefunden, dass die erste Generation zwar weniger integriert war, viele aber bei rassistischen Anfeindungen sagten, "hier geht es uns immer noch besser als da, wo wir herkommen." Die zweite und gar die dritte Generation ist aber sehr weit integriert - und nimmt solche Attacken viel persönlicher. Mesut Özil habe sich 2009 für die deutsche Nationalmannschaft entschieden und habe damals viele Angriffe von türkischer Seite aushalten müssen. Gerade darum träfen ihn die Vorwürfe nun besonders hart.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 24.07.2018 berichtet.

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