Dauerärgernisse beim saarländischen ÖPNV

Dauerärgernisse beim ÖPNV

Roswitha Böhm   22.03.2019 | 13:00 Uhr

Ob fehlende Busse auf dem Land, Fahrplantakt oder Preisgestaltung - beim ÖPNV im Saarland gibt es im Grunde immer was zu kritisieren. Und das seit Jahren. SR- Reporterin Roswitha Böhm mit einer kleinen historischen Auswahl der Ärgernisse rund um Bus und Bahn.

Öffentliche Veranstaltung zur "Baustelle ÖPNV"
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 22.03.2019, Länge: 03:09 Min.]
Öffentliche Veranstaltung zur "Baustelle ÖPNV"
Am 22. März hat im Saarbrücker VHS- Zentrum eine öffentliche Diskussion zur Weiterentwicklung des saarländischen ÖPNV stattgefunden. Rund 130 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen. SR-Reporter Stephan Deppen fasst die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen.

Bessere Verbindungen, günstigere Fahrscheine und ein übersichtlicheres System - das sind Forderungen, die schon lange an den ÖPNV im Saarland gestellt werden. 2016 wurde dazu ein neues ÖPNV-Gesetz beschlossen. Geändert hat sich trotzdem nicht viel. Am 22. März haben Gutachter und Ministerium mit Bürgerinnen und Bürgern darüber diskutiert, wie der ÖPNV im Saarland verbessert werden kann.

Die Tarifstruktur

Aktuell ist die Tarifstruktur im ÖPNV unübersichtlich und auch ungerecht. Das betrifft vor allem Schüler und Auszubildende, die Wabengrenzen überschreiten. Verkehrsministerin Rehlinger hatte Ende Januar 2016 ein Gutachten zur Tarifstruktur vorgestellt. Das Ziel: "Wir haben ein einigermaßen schlecht überschaubares Wabensystem im Saarland -das wollen wir überwinden" so die Verkehrsminsterin. Geplant ist nun, die Wabenstruktur für verschiedene Fahrscheine abzuschaffen, wenn auch nicht für Einzeltickets, denn eine vollständige Abkehr von der Wabenstruktur wäre sehr teuer.

Die Taktung

Wenn man auf dem Land wohnt, können Busfahrten zu regelrechten Odyseen werden. Ein Beispiel: Karl aus Nunkirchen hatte sich letzten Sommer bei uns gemeldet. Sein Sohn brauchte mit dem Bus zwei Stunden nach Urexweiler zu seinem Ausbildungsort. Der Grund: Die Strecke führt über die Landkreis-Grenzen und die Fahrten sind deshalb nicht aufeinander abgestimmt. Dieses Problem besteht seit Einführung des saarlandweiten Verbundtarifs und sollte mit dem neuen ÖPNV-Gesetz beseitigt werden.

Verspätungen und Ausfälle wegen Fahrermangel

Ein weiteres Aufregerthema der letzten Zeit war der Personalmangel bei den Busunternehmen. In Saarbrücken gab es deswegen immer wieder Busausfälle und Verspätungen. Die Stadt richtete daraufhin im Oktober 2018 einen Notfallfahrplan ein. Die Busse fuhren seltener, dafür fuhren sie aber. Seit Februar 2019 fahren die Busse wieder wie gewohnt und die Saarbahn hat 85 zusätzliche Busfahrer eingestellt.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 22.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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