Nutria  (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Nutria-Plage am Graulhecker Weiher

Lena Schmidtke   11.05.2021 | 10:00 Uhr

Nutrias sind Nagetiere, die aussehen wie Biber, aber mit einem langen dünnen Schwanz. Ihre eigentliche Heimat ist Südamerika. Inzwischen haben sich die Nutrias aber auch bei uns ausgebreitet, und das sorgt für Probleme. So zum Beispiel am Graulhecker Weiher in Schiffweiler.

Nutrias - auch Biberratten genannt - wurden ursprünglich wegen ihres weichen Fells aus Südamerika nach Deutschland importiert, wo sie in so genannten "Nutria-Farmen“ dann gezüchtet wurden. Als in den 90er Jahren die Farmen aufgelöst wurden, wurden viele der Tiere in die Natur "entsorgt".

Nutria-Plage in Schiffweiler
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 11.05.2021, Länge: 03:37 Min.]
Nutria-Plage in Schiffweiler

In vielen Gewässern in Deutschland fanden die Tiere gute Lebensbedingungen und haben sich entsprechend angesiedelt. Und das bringt Probleme mit sich.

So zum Beispiel am Graulhecker Weiher in Schiffweiler. Dort drohen sie zu einer richtigen Plage zu werden. Mindestens 20 Nutrias leben inzwischen dort. „Sie unterhöhlen die Böschungen, um ihre Jungen großzuziehen", sagt Peter Treitz, Vorsitzender des NABU Schiffweiler. Zudem verdrängten sie andere Arten.

Füttern verboten!

Nutria  (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Bei ausreichend Nahrung können Nutrias dreimal pro Jahr Nachwuchs bekommen, und zwar bis zu fünf Junge. Und da liegt das Hauptproblem. Da die Tiere putzig aussehen, werden sie immer wieder gefüttert, dabei wäre dies gar nicht notwendig, sagt Treitz. "Im Grunde genommen wären sie mit dem zufrieden, was sie vorfinden. Sie sind ja hierhergekommen, weil es hier genug gibt. Das reguliert die Population." Das extra aufgestellte "Füttern verboten"-Schild zeigt bei den Menschen aber leider nicht die gewünschte Wirkung.

Ökologische Folgen der Überfütterung

Das viele Futter schade zudem dem ökologischen Gleichgewicht im Weiher, sagt Hans Karmann vom NABU. Es könne gar nicht alles gefressen werden. Es verschimmele oder setze sich am Grunde des Sees ab. Die Folge: Botulismus. "Es kann sich eine giftige Bakterie auf dem Grund bilden und dort vermehren, sagt Karmann. Bei Enten könnten die giftigen Bakerien zu Muskellähmung führen."

Und nicht zu vergessen: Futterreste ziehen Ratten an.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 11.05.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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