Ein Feriendorf für Führungskräfte

Ein Feriendorf für Führungskräfte

Audio [SR 3, Markus Person, 23.09.2019, Länge: 02:58 Min.]

Markus Person   23.09.2019 | 13:00 Uhr

Mitten im Grünen - in Eiweiler bei Nohfelden - soll bis Ende 2021 ein Erholungspark der besonderen Art entstehen: 44 Ferienhäuser mit gehobener Ausstattung für „gestresste Menschen aus dem mittleren Management“ sollen im Waldgebiet Sangheck gebaut werden. Am 20. September ist der Bebauungsplan nach mehreren Änderungen inkraft getreten - und damit können nach mehreren Jahren Diskussion die Erschließungsarbeiten beginnen.

Noch ist es ruhig hier im Waldgebiet Sangheck in Eiweiler bei Nohfelden. Die Landschaft drumherum ist idyllisch: Hügel, Wiesen, noch mehr Wald. Doch einen Hinweis, dass hier bald etwas passieren wird, gibt es schon: An der Landstraße L326 ist eine Schneise in den Wald geschlagen worden - die erste Vorbereitung für ein Ferienparkprojekt der besonderen Art: Hier soll ein Ferienpark für Manager entstehen, die Stress abbauen und mal zur Ruhe kommen wollen.

Eigentlich hätte das Projekt schon vor Jahren angegangen werden sollen, aber immer wieder gab es Einwände von Bürgern. Doch nun steht der Bebauungsplan und Bürgermeister Andreas Veith ist froh darüber. Nohfelden sei eine in Sachen touristische Bauprojekte erfahrene Gemeinde.

Und auch der Investor, Hans-Jürgen Vetter, ist erleichtert. Für Bebauungsplanänderungen, tierökologische Untersuchungen, Ausgleichsmaßnahmen hat er nach eigenen Angaben bereits einen mittleren sechsstelligen Betrag gezahlt und nun sei der Weg frei für ein in ganz Europa bisher einzigartigen Ferienpark: Die erste Feriensiedlung zur digitalen Entschleunigung für Manager.

Luxus & Öko

Screenshot Broschüre Silcence Park One (Foto: Silcence Park One)
Entwurf Baumhaus-Loft

Die Ferienhäuser mit gehobener Luxusausstattung sollen zum Teil auf Stützen am Hang errichtet werden, außerdem sind bis zu 60 Quadratmeter große Baumhäuser geplant. Alles top-modern, mit Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Mini-E-Auto für jeden Gast. Und die Lage des Parks hat neben der schönen Natur drumherum noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil für das Projekt: Es gibt kaum Handyempfang.

Töpfern statt tippen

Während des Aufenthalts sollen die gestressten Manager aber nicht nur auf Handy, Laptop und Tablet verzichten, es soll auch ein umfassendes Wohlfühl- und Coachingprogramm geben: Yoga, Töpfern, sportliche Aktivitäten, Kochkurse etc. Um ein möglichst vielfältiges Programm zu bieten, will man mit Dienstleistern aus der Region zusammenarbeiten. Davon erhofft sich auch Bürgermeister Veith Impulse für die Region.

Dass es für einen Ferienpark dieser Art genügend Nachfrage gibt, davon sind Investor und Projekt-Team überzeugt. So überzeugt, dass der Ferienpark bei Eiweiler nur der Anfang einer ganzen Reihe solcher Parks in Deutschland und Europa sein soll. Bis die Manager zum Entschleunigen, Waldbaden und Töpfern ins Saarland kommen, werden allerdings noch gut zwei Jahre vergehen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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