Lehrer im Mathematik (Foto: dpa)

Neuntklässler schwach in Mathe und Naturwissenschaften

Interview mit Christine Streichert-Clivot   18.10.2019 | 12:15 Uhr

Trotz Förderung schneiden saarländische Schülerinnen und Schüler bei sogenannten MINT-Fächern - also in Mathematik und Naturwissenschaften - in einer aktuellen Vergleichsstudie, dem IQB Bildungstrend 2018, nicht gerade gut ab. Im SR-Interview dazu die neue saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Audio

"Wir rangieren auf den hinteren Plätzen im bundesweiten Vergleich"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen / Christine Streichert-Clivot, 18.10.2019, Länge: 04:06 Min.]
"Wir rangieren auf den hinteren Plätzen im bundesweiten Vergleich"

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt Universität in Berlin überprüft alljährlich im Auftrag der Kultusminister das Lernniveau der Schüler in ausgewählten Fächern, um so eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Bundesländern herzustellen. Die aktuelle Studie wurde am 18. Oktober bei der Kultusministerkonferenz in Berlin vorgestellt. Untersucht wurden in diesem Jahr die naturwissenschaftlichen Fächer Mathematik, Biologie, Physik und Chemie in der neunten Klasse.

Das Ergebnis

Die Neuntklässler schneiden in diesen Fächern bundesweit nicht besonders gut ab. Und die saarländischen Schüler liegen in Mathematik, Biologie, Physik und Chemie sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt.

Die größte Abweichung nach unten gibt es im Fach Mathematik. Dort bleibt fast jeder dritte Neuntklässler unterhalb des Mindeststandards. Bundesweit ist es jeder Vierte. Nur Bremer Schüler sind in Mathematik im Schnitt noch schlechter.

Im SR-Interview räumte die saarländische Kultusministerin Christine Streichert-Clivot ein, dass es in diesen Fächern im Grunde seit 2012 keine signifikante Verbesserung gegeben habe, bzw. in Biologie, Physik und Chemie die Leistungen sich sogar leicht verschlechtert hätten.

Der Unterricht hat sich in den Jahren nicht weiter entwickelt

Eine der Ursachen sei, dass die Klassen - auch durch die Zuwanderung - heterogener geworden seien, sagt Streichert-Clivot. Ihrer Einschätzung nach liege es aber auch daran, dass sich der Unterricht selbst in den Jahren nicht weiter entwickelt habe. Es gebe aber erste Ansätze, dass die Schüler in den Naturwissenschaften sich verstärkt in praktischen Experimenten versuchen können. Dazu gehörten auch moderne Klassenräume mit entsprechender Ausstattung. "Das haben wir aber flächendeckend noch nicht."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 18.10.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja